Kunst vor Osnabrücker Hauptbahnhof „Battle Drums“ bleiben drei weitere Jahre

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Sie bleiben vorerst in Osnabrück: Die „Battle Drums“ von Dennis Oppenheim. Foto: Gert WestdörpSie bleiben vorerst in Osnabrück: Die „Battle Drums“ von Dennis Oppenheim. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Die „Battle Drums“ des Künstlers Dennis Oppenheim bleiben drei Jahre länger auf dem Osnabrücker Bahnhofsplatz. Das hat der Kulturausschuss beschlossen.

Das Kunstwerk steht seit Frühjahr 2009 vor dem Osnabrücker Hauptbahnhof. Bislang sollte die Skulptur bis zum 31. Juli 2014 bleiben. Das sah ein Vertrag zwischen der Stadt Osnabrück und dem Landschaftsverband Osnabrücker Land e.V. in Baid Iburg vor. Der Landschaftsverband hatte das Skulpturenprojekt „Colossal“ ausgerichtet, mit dem der 2000. Jahrestag der Varusschlacht im Osnabrücker Land thematisiert wurde. Unter Leitung des in diesem Jahr verstorbenen ehemaligen Documenta-Leiters Jan Hoet waren in Stadt und Region eine ganze Reihe von Skulpturen im öffentlichen Raum aufgestellt worden - darunter auch die „Battle Drums“ von Dennis Oppenheim (1938-2011). Der Osnabrücker Kulturausschuss hat in seiner Sitzung am Mittwoch, 9. Juli 2014, beschlossen, die „Battle Drums“ drei weitere Jahre, also bis 2017 an dem jetzigen Standort zu belassen.

Wer war Jan Hoet? Lesen Sie hier den Nachruf auf den ehemaligen Documenta-Leiter.

Die längere Aufstellungszeit soll dazu genutzt werden, für das Kunstwerk einen Käufer zu finden. Nach den Angaben der Künstlerwitwe Amy Oppenheim liegt der Wert der „Battle Drums“ bei umgerechnet 182.000 Euro. Diese Summe wurde dem Kulturausschuss genannt. Den Angaben zufolge bemüht sich neben der Künstlerwitwe auch der Landschaftsverband darum, einen Käufer für das Kunstwerk zu finden. Und das mit Grund: Im Fall eines Verkaufs würden 50.000 Euro Herstellungskosten an den Landschaftsverband zurückfließen. Das Kunstwerk könnte - vorausgesetzt, dass sich ein Käufer findet - permanent an dem jetzigen Standort verbleiben.

Das Skulpturenprojekt „Colossal“ führte auch zu Kontroversen. Lesen Sie hier, worum es in dem Streit ging.

Die „Battle Drums“ bestehen aus zwei gegeneinander geneigten Stahltrommeln, die sich im gegenläufigen Sinn drehen. Nach Einbruch der Dunkelheit werfen Lampen aus dem Inneren der Trommeln Schatten von Pfeilen, Lanzen und Kriegern auf das Straßenpflaster. Es entsteht der Eindruck einer kriegerischen Auseinandersetzung. Ein „gespenstisches Lichtballett in zeitloser Rotation“, beschreibt die Sitzungsvorlage des Kulturausschusses den Effekt.

Wer war Dennis Oppenheim, Schöpfer der „Battle Drums“? Hier lesen Sie den Nachruf.

In der Diskussion zeigten sich die Ausschussmitglieder mit der neuen Regelung für die „Battle Drums“ einverstanden. Für eine kurze Kontroverse sorgte lediglich der Vorschlag des Ausschussmitgliedes Heiko Schlatermund, die „Identifikationsplastik“ von Heinz Mack neben der Stadthalle abzureißen. Schlatermund äußerte diesen Vorschlag im Rahmen der Diskussion um den neuen Standort für den Brunnen des Steckenpferdreiters. Der Brunnen ist im Rahmen der Sanierung der Stadthalle entfernt worden. Jetzt soll er an der Katharinenkirche neu aufgestellt werden. Dagmar von Kathen, Leiterin des Fachbereiches Kultur der Stadt Osnabrück, wies Schlatermunds Ansinnen zurück. Die Plastik von Heinz Mack sei eines der qualitätvollsten Kunstwerke im Osnabrücker Stadtraum.


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