Ein Lied für die Verständigung Barbaras Chanson „Göttingen“ 50 Jahre alt

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Sängerin von „Göttingen“: Die Chanson-Künstlerin Barbara. Foto: picture allianceSängerin von „Göttingen“: Die Chanson-Künstlerin Barbara. Foto: picture alliance

Osnabrück. Vor 50 Jahren schreibt die Sängerin Barbara ihr Chanson „Göttingen“. Das Lied steht für die Verständigung zwischen Franzosen und Deutschen. Ein Kommentar.

Die Kinder sind genau die gleichen, in Paris wie in Göttingen“: Diese Zeile klinge für manche Leute noch „unverzeihlich“, schrieb die Sängerin Barbara in ihrem Chanson „Göttingen“. 1964, keine zwei Jahrzehnte nach dem Ende von Weltkrieg und Holocaust, war dieser Ausdruck der Verständigung über Grenzen hinweg noch keine Selbstverständlichkeit. Barbara hat gezeigt, dass ein kleines Chanson Menschen näher zueinanderbringt als jede Regierungserklärung. Verständigung beginnt mit und bei den einzelnen Menschen. Diese Botschaft tönt aus „Göttingen“.

Dabei hätte Barbara allen Grund gehabt, die blonden Kinder von Göttingen nicht zu besingen. Schließlich trachteten die Nazis ihr nach dem Leben, als sie selbst noch ein halbes Kind war. Monique Andrée Serf, so der bürgerliche Name der Sängerin, überließ sich nicht der Bitterkeit, sie entdeckte Schönheit des Lebens dort, wo zuvor der Hass gewohnt hatte. Das macht ihr Chanson „Göttingen“ zur großen Tat. Barbaras Lied ist 50 Jahre alt, doch kein bisschen historisch. Denn der Hass hat weltweit gerade wieder Konjunktur. Hohe Zeit also für ein Lied, das von Liebe, Kindern und Rosen erzählt.


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