„Songs of Life and Death“ – Performance im Ruller Haus Das dunkle Leben der Anne Sexton

Klangvoll: Anna Stern und Michael Kolberg. Foto: EmmerichKlangvoll: Anna Stern und Michael Kolberg. Foto: Emmerich

Osnabrück. Eine überaus dichte Performance konfrontierte die Zuschauer im Ruller Haus mit dem Werk der amerikanischen Lyrikerin Anne Sexton. Anna Stern steht am Mikrofon, berichtet von der ersten Einlieferung der Anne Sexton in die Psychiatrie, derweil sie eine Orange schält, die Schale mit Stecknadeln wieder zusammenfügt und das Objekt, das jetzt wie ein surrealer Satellit aus einem Kinderbuch ausschaut, in einem Aquarium zum Schwimmen bringt.

Michael Kolberg streicht mit einem Bogen die Saiten seiner Elektrogitarre an und erzeugt experimentelle Klänge. Es ist die Verknüpfung von Originaltexten, von Stern und Kolberg selbst geschriebenen Songs sowie intensiven Bildern und Klängen, die im Kopf das Panorama auf ein Leben zeichnen, das von Depressionen, überbordender Lebenslust und Todeswünschen gekennzeichnet ist. „Songs of Life and Death“ hat Stern, die an der Osnabrücker Universität als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig ist, die Performance genannt, mit der sie die amerikanische Dichterin auf vielfältige Art charakterisiert.

„Ich lebe wie eine spießige Hausfrau mit Mann und zwei Kindern, bin aber ein heimlicher Beatnik“, hatte Sexton einmal gesagt, die sich mit 46 Jahren 1974 das Leben nahm. Entsprechend düster sind die Klänge, die Kolberg mit seiner Gitarre und diversen Effektgeräten generiert. Aber es gibt auch wunderschöne Songs, wenn es um die Liebe geht, die Sexton offenbar zu geben bereit war.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN