Chris Evans rettet Amerika vor sich selbst „The Return of the First Avenger“: Captain America 2


Osnabrück. „Captain America“ geht in die zweite Runde. Der Superheld kehrt in dem Film „The Return of the First Avenger“ wieder – mit einem Kampf für alte Werte.

Kaum ein Stoff macht im Kino derzeit mehr Geld als die Superhelden-Comics aus dem Marvel-Verlag. „The Avengers“ (2012) verdiente mit seinem All-Star-Cast über 1,5 Milliarden Dollar; mehr Tickets hat nur James Cameron mit „Avatar“ (2009) und „Titanic“ (1997) verkauft. Auch „Captain America“ (2011) spielte sein Budget um mehr als das Doppelte ein – Grund genug für einen zweiten Einsatz.

Was im ersten Teil nur Rahmenhandlung war, wird nun ausgemalt: Seit seinem Einsatz gegen die Nazis steckte Steve Rogers alias Captain America im ewigen Eis; nun wird er reaktiviert und bekommt es mit den eigenen Leuten zu tun. Der Chef des Geheimdienstes S.H.I.E.L.D., für den auch Rogers arbeitet, fällt einem Attentat zum Opfer. Schon niedergestreckt, warnt er seinen besten Mann noch, keinem Freund mehr zu vertrauen. Tatsächlich wird der Held in einen Bruderkampf von globalem Ausmaß verstrickt.

Die eigene Nation von einem Supersoldaten verkörpern zu lassen, klingt wie die Idee eines wahnsinnigen Patrioten. Tatsächlich ist das Drehbuch von Christopher Markus und Stephen McFeely fast überdeutlich amerikakritisch: Captain America steht nicht für das Selbstbild des Landes, sondern für ein unerreichtes Ideal. Die Sehnsucht nach der klaren Verteilung von Gut und Böse ist so groß, dass Captain America sogar wieder sein altes Dress aus der Kampfzeit gegen die Nazis aus dem Museum holt.

Die gegenwärtige Weltmacht schildert der Film als digital und militärisch aufgerüsteten Sicherheitsapparat, der als Präventivschlag den millionenfachen Massenmord plant. Die Sicherheitsbehörden, von denen der aufrechte Amerikaner sich hier emanzipieren muss, arbeiten an einem pervertierten Schutzprogramm, das die Welt zu ihrem eigenen Besten unterjochen soll. Mit Captain America tauen die Regiebrüder Anthony und Joe Russo zugleich den Geist des alten Amerikas auf. Er soll die Ideale der Freiheit gegen ein NSA-inspiriertes Sicherheitsdenken verteidigen, das Menschen verurteilt, bevor sie ihre Verbrechen auch nur begangen haben. Die Folgen des Misstrauens gegen die Bürger illustriert das Finale als hausgemachtes 9/11.

In seiner Action-Dramaturgie ist „The Return of Captain America“ nach einem dynamischen Einstieg eher konventionell; die schönste Szene lässt einen verrückten Wissenschaftler als Computerhirn früher IBM-Tage auferstehen. Zu den Marvel-Stars Scarlett Johansson und Samuel L. Jackson kommt Robert Redford als wahre Filmikone dazu – was nicht ausgleicht, dass Chris Evans als Captain America etwas flach bleibt. Einen guten Witz hat der Film auch zu bieten: auf der To-do-Liste, mit der der aufgetaute Held die Highlights der verpassten Jahre nachholen will. Genau hingucken!

„The Return of the First Avenger“. USA 2013. R: Anthony u. Joe Russo. D: Chris Evans, Scarlett Johansson, Robert Redford, Samuel L. Jackson , Sebastian Stan . 136 Min. Ab 12.


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