Expertin versichert Echtheit der Exponate Nur echte Kunst für Osnabrück

Für diese Werke in der Osnabrücker Ausstellung gilt: Die Exponate aus der Zeit des Konstruktivismus sind echt. Das sagt die leihgebende Stiftung. Foto: Jörn MartensFür diese Werke in der Osnabrücker Ausstellung gilt: Die Exponate aus der Zeit des Konstruktivismus sind echt. Das sagt die leihgebende Stiftung. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Sind die Exponate der Osnabrücker Konstruktivisten-Schau wirklich echt? Ein Fälschungsskandal brachte diese Kunstrichtung kürzlich ins Gerede.

Für den russischen Konstruktivismus interessieren sich nicht nur Kunstfreunde. Auch Fälscher haben die Kunst der Avantgardisten entdeckt – als lohnendes Ziel für ihre kriminellen Aktivitäten. Das Bundeskriminalamt hat erst im letzten Sommer einen ganzen Fälscherring ausgehoben . Bei der Durchsuchung von Wohnungen in Wiesbaden, Mainz, Stuttgart, München, Hamburg und Köln fanden die Ermittler über 1000 gefälschte Kunstwerke des Konstruktivismus. Der Schaden ging in die Millionen.

Der Skandal bringt eine ganze Kunstrichtung in Verruf. Lässt sich russischer Konstruktivismus unter diesen Voraussetzungen noch unbedenklich ausstellen? Die Frage geht auch an die aktuelle Schau im Osnabrücker Felix-Nussbaum-Haus. Für die Echtheit der Werke aus der leihgebenden Sepherot Foundation verbürgte sich deren Mitarbeiterin Anastasia Degtyareva. Die 1500 Exponate der Stiftung seien auf ihre Echtheit gründlich geprüft. Bei Expertenprüfungen gilt ihren Angaben zufolge das Vier-Augen-Prinzip. Hinzu kommen Materialanalysen und Rücksprachen mit Erben der Künstler.

„Ich wollte für alles Belege haben“, betonte Osnabrücks Kulturdezernentin Rita Maria Rzyski. Schließlich hat man 2010 im Felix-Nussbaum-Haus unliebsame Erfahrungen mit einem gefälschten Gemälde von Nussbaum gemacht. Probleme dieser Art sollen gerade in dem Osnabrücker Haus ausgeschlossen sein. „Wir sind da gebrannte Kinder“, sagte Rzyski . Für die aktuelle Schau gilt: alles in Ordnung.


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