Sänger nun eher scheu Ein Rebell wird ruhig: Robbie Williams wird 40

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London. Ex-Teenie-Schwarm Robbie Williams wird am Donnerstag 40 Jahre alt. Fans pilgern in seinen Heimatort Stoke-on-Trent. Er ist der erfolgreichste Musiker in Großbritannien mit über 70 Millionen verkauften Alben weltweit.

Stoke-on-Trent gehört nicht zu den zehn schönsten Städten Großbritanniens. Sie ist auch nicht hässlich. Sie ist durchschnittlich. Bekannt ist sie für ihre Töpfereien.

Seit vergangener Woche ist die Stadt mit ihren 250.000 Einwohnern um eine Attraktion reicher: Es gibt nun einen Robbie-Williams-Touristen-Rundgang, vorbei am Elternhaus, am Kinderspielplatz und der Schule des Musikers. Die erste blaue Plakette wurde bereits feierlich angebracht. Allerdings ohne den Superstar, dafür aber mit seinem Vater, der versicherte, dass Robbie seiner Heimat immer treu geblieben sei.

Wohnen in Beverly Hills

Robbie Williams wird am Donnerstag 40 Jahre alt und lebt heute mit seiner Frau Ayda Field und seiner Tochter in Beverly Hills. Die Öffentlichkeit konnte immer alle Entwicklungen im Leben des Musikers mitverfolgen. Denn Robbie Williams, ob Marketingtrick oder nicht, erschien stets als der Junge, der nie ein Blatt vor dem Mund nahm. Seine Vorlieben und seine Abneigungen hat er Journalisten immer gern kundgetan. Wenn man sich die Anzahl der Dokumentationen anschaut, die versuchen Williams nahe zu kommen, dann könnte man fast Vergleiche zu Prinzessin Diana ziehen.

Robbie Williams führt ist ein öffentliches Leben seit er 16 Jahre alt war. Er wurde Mitglied der Boyband Take That, die nach New Kids On The Block und vor den Backstreet Boys und N’Sync Kultstatus erreichte. An kaum einem Teenager der 90er sind Songs wie „Never Forget“, „Babe“, „Pray“ oder „Back for Good“ vorbeigegangen. Und auch nicht die Drogeneskapaden von Robbie Williams, der sich nicht wohl fühlte und 1995 schließlich die Band verließ.

Getrennt und wieder vereint

In der Dokumentation „For the record“ (2005) sagte er, dass er mit seinem Bandkollegen Gary Barlow nicht in einem Raum sein könne. Das hat sich inzwischen geändert. 2010 war Take That wieder vereint. Auf dem Album „Progress“ konnte man Robbies Stimme, die inzwischen bekannter war als die jedes anderen Mitglieds, wieder hören. Momentan arbeitet die Band am siebten Studio-Album. Inwieweit der Junge aus Stoke-on-Trent darauf eine Rolle spielen wird, ist noch nicht klar.

Take That war der Start, aber richtig los ging es für Robbie Williams erst solo. Die Hits, die er meist mit seinem Kumpel Guy Chambers schrieb und produzierte, sind kaum aufzählbar, darunter „Kids“, das Duett mit Kylie Minogue, „Let me entertain you“, „Angels“ und „Feel“.

Mit 70 Millionen verkauften Alben weltweit ist er einer der best verkauften Musiker, der erfolgreichste in Großbritannien. Was Williams so erfolgreich macht, ist die Aura des Authentischen. Er spricht immer noch mit breitem Akzent, ist ausgesprochen ausführlich in Interviews und wirkt dabei unter Marketinggesichtspunkten auf den ersten Blick nicht immer sehr geschickt. 2001 ein Swing-Album herauszubringen und Teenies dazu zu bringen, Frank-Sinatra-Songs auf Partys zu spielen - das muss man erst mal schaffen.

Die Frauen an seiner Seite

Seit Robbie Williams allerdings seine türkisch-amerikanische Frau Ayda Field kennengelernt hat, ist der einstige Lieblingspromi der Klatschpresse fast öffentlichkeitsscheu geworden. 2010 hat er geheiratet, 2012 kam Tochter Theodora Rose auf die Welt. Das war es aber auch schon mit den Neuigkeiten. Zwar gibt es ein neues Album, „Swing both Ways“ in Anlehnung an seine Erfolgs-CD „Swing when you’re winning“. Doch ansonsten sorgt vor allem der Tourismuspfad in Stoke-on-Trent für Aufsehen. Und die Tatsache, dass in seinem Heimatort Straßen nach Williams benannt werden sollen und er das britische Äquivalent zur Ehrenwürde der Stadt erhalten soll.


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