Wichtige Namen und thematische Serien Große Ausstellungen in der Kunsthalle

Von Dr. Stefan Lüddemann


Osnabrück. Mit Helle Jetzigs Bildern beginnt 1991 die Amtszeit von Kunsthallen-Leiter André Lindhorst. Seine letzte, derzeit noch laufende Ausstellung trägt einen Abschiedstitel: „Goodbye Paradise“.

Dazwischen liegen Ausstellungen mit großen Namen wie Emil Cimiotti (1992), Arnulf Rainer (1993), Rudolf Hausner (1995), Elvira Bach (2001) oder zuletzt Markus Lüpertz (2011). Unter der Ägide Lindhorsts hat die Kunsthalle Ausstellungsserien gezeigt, darunter seit 1996 die der Kunst des Osnabrücker Landes gewidmete „Arte Regionale“ oder die drei Ausstellungen „Kunst – Körperlich“ (2006, 2008 und 2011). Daneben hat André Lindhorst die Themen Natur und Street Art nachdrücklich gesetzt.

2000: Eigentlich sollte er nur Einspringer sein, doch Bernd Schwarting erweist sich als Volltreffer. Der junge Maler, Schüler von Walter Stöhrer, gestaltet mit seinen großformatigen, abstrakten Bildern ein berauschendes Fest der Malerei. Die Ausstellung steht beispielhaft für andere große Malereiausstellungen, etwa die von Max Uhlig (2004).

2001: „Die Kunst des Autos“ lautet der Titel einer Ausstellung, die zum 100. Geburtstag des Osnabrücker Autobauers Karmann ausgerichtet wird. Unter der Regie von Ursula Karmann versammeln Gastkuratoren in der Kunsthalle Kunstwerke, die das Thema Auto fantasievoll variieren. Die Schau zeigt Bilder, Objekte und Installationen.

2003: Mehr Willy wagen? Die Kunsthalle wagte das Projekt in einer Ausstellung, die Porträts und Darstellungen des Altkanzlers und Friedensnobelpreisträgers versammelte. Im Blickpunkt standen dabei insbesondere die Willy-Brandt-Darstellungen von Rainer Fetting. Nach der Schau wurde eine seiner Brandt-Plastiken am Ledenhof aufgestellt.

2010: Der Mann hat wirklich Format: Günther Uecker. Der Objektkünstler machte aus seiner Ausstellung in der Kunsthalle ein Fest. Mit unbändiger Kraft gestaltete Uecker nicht nur seine Exponate, sondern übernahm auch gleich die Regie im Ausstellungsraum. Wie nur wenige andere Künstler gestaltete er eine Großpräsentation wie aus einem Guss.

2013: Er setzte einen der Schlusspunkte der Ära Lindhorst: Dimitris Tzamouranis. Der Berliner Maler mit griechischen Wurzeln zeigte in der Kunsthalle unter dem Titel „Melancholia“ seine verrätselten Figurenbilder. Seine großformatigen Gemälde bringen Anspielungen auf die Kunst des Barock und Kritik an der Gegenwart zusammen.