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11.12.2013, 17:23 Uhr

GEMA: Der Riese wankt

Ein Kommentar von Ralf Döring


Wenn Musik erklingt, fallen Gebühren für die Rechte an den Songs an - zum Beispiel in jeder Diskothek.Foto: dpaWenn Musik erklingt, fallen Gebühren für die Rechte an den Songs an - zum Beispiel in jeder Diskothek.Foto: dpa

Osnabrück. Jahrelang tobte der Streit um die Gema-Gebühren. Jetzt haben sich Rechteverwerter und Musikveranstalter auf neue Tarife verständigt. Aber ist diese Lösung auch sinnvoll? Ein Kommentar.

Die Gebührenordnung der GEMA vom letzten Jahr zeugte von vielem, nur nicht von Weitblick. Stattdessen sprachen Ignoranz, Arroganz, Realitätsferne aus dem Regelwerk. Immerhin ließ die GEMA mit sich reden, und offenbar haben Club-Betreiber und Verwertungsgesellschaft einen Kompromiss gefunden.

Dabei entspricht das zähe Ringen den Spielregeln unserer Gesellschaftsordnung: Wenn Arbeitgeber und Gewerkschaften in den Ring steigen, scheinen die Anfangsangebote auch oft eher einer Schnapslaune zu entspringen als der nüchternen Realität. Diesmal hat sich die GEMA aber keinen Gefallen getan. Eher hat sie ihrem ohnehin schon ramponierten Image noch weitere Dellen zugefügt – mittlerweile sieht sie aus wie eine Staatskarosse nach einem Stockcar-Rennen.

Denn nicht nur die Zahlenden stellen Nutzen und Effizienz der Gesellschaft infrage, sondern auch die Komponisten – also diejenigen, die von der GEMA profitieren. Zu intransparent sei die Struktur, so lautet der schwerwiegendste Vorwurf. Gleichzeitig wankt der Monopolistenstatus: Die alternative Verwertungsgesellschaft C3S steht in den Startlöchern. Und die verspricht Transparenz und Mitbestimmung – das, was der GEMA am meisten fehlt.


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