Ein Ort für Friedrich Vordemberge-Gildewart? Klaus Lang: „VG“ mindestens so wichtig wie Remarque und Nussbaum

Sie präsentieren Kunst im Kreishaus: Kreisrat Matthias Selle, Siegfried Hoffmann, Initiator der „VG-Initiative“, Klaus Lang von der Bürgerstiftung Osnabrück und Helmut Kemper vom Landkreis Osnabrück (von links). Foto: Uwe LewandowskiSie präsentieren Kunst im Kreishaus: Kreisrat Matthias Selle, Siegfried Hoffmann, Initiator der „VG-Initiative“, Klaus Lang von der Bürgerstiftung Osnabrück und Helmut Kemper vom Landkreis Osnabrück (von links). Foto: Uwe Lewandowski

Osnabrück. Das Jubiläumsjahr zum 50. Todestag Friedrich Vordemberge-Gildewarts geht zu Ende. Kunstexperten fordern, sein Werk weiter lebendig zu erhalten.

Die Stadt Osnabrück soll „einen angemessenen Ort“ für Friedrich Vordemberge-Gildewart bereitstellen. Das hat Dr. Klaus Lang, Vorsitzender der Bürgerstiftung Osnabrück gefordert. Es müsse darum gehen, das Erbe des in Osnabrück geborenen konstruktivistischen Künstlers lebendig zu erhalten, sagte Lang am Donnerstag, 5. Dezember, abends zur Eröffnung einer Ausstellung mit Werken der konstruktiven Kunst im Osnabrücker Kreishaus. Die Ausstellung schließt eine Serie mit Präsentationen ab, die unter dem Motto „Vielfältige Gestaltung“ im Jahr 2013 an mehreren Orten im Landkreis Osnabrück und angrenzenden Gebieten ausgerichtet worden sind.

Klaus Lang verwies darauf, dass für andere wichtige Künstler Osnabrücks mit dem Felix-Nussbaum-Haus und dem Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrum entsprechende Orte geschaffen worden sein. Vordemberge-Gildewarts „nachhaltiger Einfluss“ auf die Kunst sei aber mindestens genau so groß, wenn nicht größer als bei Nussbaum und Remarque. Nussbaum, so Lang, habe den Holocaust künstlerisch verarbeitet und „Malerei als Widerstandshaltung“ gelebt. Darin liege seine „Alleinstellung“. Erich Maria Remarques „literarische Auseinandersetzung mit dem Krieg“ sei „pazifistisch, nicht künstlerisch einmalig“, so Lang weiter.

Im Vergleich dazu sei Vordemberge-Gildewarts Nachwirkung „größer und nachhaltiger“. Klaus Lang verwies auf Vordemberges Leistung einer umfassenden Gestaltung, die sich in Typographie oder dem Farbdesign der Olympischen Spiele 1972 in München niederschlagen habe. Wirkungen Vordemberges seien womöglich bis hin zum Computer- und Internetdesign nachweisbar.

Klaus Lang wies weiter auf den Workshop hin, der derzeit Vorschläge für Projekte erarbeitet, mit denen künftig die Beschäftigung mit Vordemberge-Gildewart vorangetrieben werden kann. Dazu bedürfe es aber klarer Unterstützung. In diesem Zusammenhang bezog Lang auch im Streit um eine mögliche Kürzung der Öffnungszeiten städtischer Museen Stellung. In Anspielung auf die als „Metropölchen-Kampagne“ bekannt gewordene Werbekampagne für Osnabrück sagte Lang: „Wir brauchen Öffnungszeiten und keine Öffnungszeitchen.“


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