Streetart in Rulle Schüler besuchen Ausstellung „Make Mistakes“

Kreativ: die Schüler Liliana Arens (von links), Linos Dünhölter und J. Michael mit ihren Werken. Foto: Egmont SeilerKreativ: die Schüler Liliana Arens (von links), Linos Dünhölter und J. Michael mit ihren Werken. Foto: Egmont Seiler

Wallenhorst. Zwei Skateboarder, die über ihren Lieblingssport zur Kunst kamen, stellen zurzeit im Ruller Haus ihre Version von Streetart aus. Christian Roth aus Gießen und der Brite Dave The Chimp haben eine Kombination aus Fotografie, Zeichnung und Graffiti installiert. 24 Schüler der Thomas-Morus-Schule in Osnabrück haben nun bei einem Besuch des „Projektraums Junge Kunst“ ihre Eindrücke in eigene Kunstwerke umgesetzt.

„Unter Kunst stelle ich mir eigentlich etwas anderes vor“, sagte Helen Weerd, Schülerin der Klasse 8R3, nachdem sie die Installation der beiden Streetart-Künstler gesehen hatte. Tatsächlich haben die Fotos, die in einer Art Tagebuch-Stil Alltagssituationen abbilden und die später von dem in Berlin lebenden Dave The Chimp mit comicartigen Figuren, mit Zeichen, Emblemen und Schriftelementen bearbeitet wurden, nicht viel mit etablierter Kunst zu tun.

Der schnelle Blick des Fotografen auf seine Umwelt kennzeichnet die Abbildungen von Christian Roth: Ein Rapper auf der Bühne mit Publikum, eine chaotische Szene aus einem Theaterstück, ein Skater kurz vor seiner rasanten Fahrt über eine Rampe, ein Baby schlafend auf dem Fußboden – die Fotos sind Abbild des Lebens abseits des Mainstreams, das Roth führt. Dave The Chimp nimmt sie als Basis, um mit dem Edding oder Zeichenstift zu ergänzen, zu interpretieren, zu kommentieren. Das Ganze fügten sie im Ruller Haus zu einer großen, eigenwilligen Collage zusammen.

Offenbar wirkt gerade diese unkonventionelle Art künstlerischer Äußerung anregend auf die Kreativität der Schüler, die das Gesehene mit Enthusiasmus in eigenen Kunstwerken umsetzen: „Make Mistakes“, der Titel der Ausstellung, beflügelt sie. „Macht Fehler, es gibt kein Richtig oder Falsch“, erklärten Projektleiterin Elisabeth Lumme und Kunstlehrer Dieter Ostendorf den Schülern, bevor diese sich mit Pinsel und Farbe über ihre Blätter Papier hermachten.

Einige orientierten sich an den wurstartigen Figuren von Dave The Chimp, andere ließen ihrer Kreativität freien Lauf, ließen die Farbe tropfen, verschmierten sie, schafften abstrakte Landschaften. „Toll, man kann malen, wie man will“, sagte Luisa Borchert begeistert, die sich im regulären Kunstunterricht mit perspektivischem Zeichnen beschäftigt. Ein krasser Gegensatz.

Im Rahmen des Projekts „Kunst und Quer“ finden die Ausstellung und der Workshop statt. Jugendlichen wird dabei die Möglichkeit geboten, sich mit ihrer Umgebung in der Stadt und mit neuen Kunstformen auseinanderzusetzen. „Dazu gehört auch die Musik“, erklärte Lumme. Daher bietet sie am kommenden Sonntag, 10. November, ein Konzert mit Minimal Music an. Kompositionen von Steve Reich und Philip Glas spielt das Percussionsensemble des Instituts für Musik der Hochschule Osnabrück. Auch hier werden junge Leute involviert: Zusammen mit Schülern der Thomas-Morus-Schule wurde ein Stück konzipiert und einstudiert, das ebenfalls am Sonntag aufgeführt wird. Die Matinee im Ruller Haus beginnt um 11.30 Uhr.


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