Mix aus Science-Fiction und Fantasy Mit Witz und Charme:„Thor – The Dark Kingdom“


Osnabrück. Überraschende Wendungen, jede Menge Witz und Charme – „Thor – The Dark Kingdom“ überzeugt als gelungener Mix aus Science-Fiction und Fantasy.

Endlich liegt eitel Sonnenschein über Asgard. Während Gottvater Odin (Anthony Hopkins) seinen machthungrigen, intriganten und bösartigen Stiefsohn Loki (Tom Hiddleston) endgültig einkerkert, sorgt Thor (Chris Hemsworth) in einer letzten Schlacht auf Vanaheim mit einem lässigen Hammerschlag für Frieden.

Aber was wären echte Superhelden, zumal aus dem Reich des Marvel-Universums, ohne fiese Superschurken? Die können schon mal 5000 Jahre abwarten bis zum nächsten Gegenschlag. Wie zum Beispiel Malekith (Christopher Eccleston).

Der ist schließlich älter als das gesamte Universum, das bekanntermaßen – zur Hölle mit allen wissenschaftlichen Erkenntnissen! – alle 5000 Jahre um seine eigene Achse rotiert. Und dabei einmal pro Zyklus eine Konvergenz hervorruft, die darin gipfelt, dass alle neun Welten wie auf einer Perlenschnur aufgereiht zur Erde stehen.

Diesen Effekt will Malekith nun mit seinen Dunkel-Elfen nutzen und das Universum auf ewig in Dunkelheit tünchen. Leider birgt die irdische Jane (Natalie Portman) etwas in sich, das Malekith für seine Pläne benötigt.

Und Thor, der verliebte Narr? Schnappt sich ausgerechnet seinen Stiefbruder, um dem dunklen Treiben Einhalt zu gebieten. Dabei erweist sich Loki geradezu als Meister der Täuschung.

Nachdem Shakespeare-Fan Kenneth Branagh vor zwei Jahren mit seinem Versuch einer „Thor“-Verfilmung grandios scheiterte, zeigen Regisseur Alan Taylor und die Drehbuchautoren um Christopher Yost, wie man so etwas richtig macht. Dabei gelingt ihnen nicht nur der eindrucksvolle Spagat zwischen den Genres Science-Fiction und Fantasy.

Nicht zuletzt über die ambivalent gezeichnete und hervorragend gespielte Figur des Loki empfehlen sich die Filmemacher auch selbst als ausgemachte Meister der Täuschung, die ihr Publikum gekonnt in die Irre führen.

Neben allerlei Trugbildern bietet „Thor – The Dark Kingdom“ aber auch eine gelungene Portion Humor, ohne die der gut gelaunte Quatsch gar nicht funktionieren könnte.

Wenn Thor während der finalen Schlacht, in deren Verlauf einige Wahrzeichen Londons ramponiert werden, mal eben mit der U-Bahn zum nächsten Kampfplatz eilt, dann versprüht alleine diese kurze Sequenz mehr Witz und Charme, als es der gesamte Vorgänger vermochte.

Am Ende überrascht gar eine überaus gelungene Pointe. Wer die verrät, dem drohen freilich mindestens Kerker und ewige Verdammnis.

Sitzenbleiben lohnt sich übrigens auch diesmal nach dem vermeintlichen Ende des Films, der nach alter Marvel-Tradition erst dann zu Ende ist, wenn nach dem Abspann noch eine kurze Sequenz die Handlung kommentiert. Also nicht zu früh den Saal verlassen – der Teaser während des Abspanns ist diesmal nur das erste von zwei Bonus-Filmchen!

Thor – The Dark Kingdom. USA 2013. R.: Alan Taylor. D.: Chris Hemsworth, Natalie Portman, Anthony Hopkins, Christopher Eccleston. Laufzeit: 112 Minuten. Ab 12 Jahren.


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