Zum Kriegsbeginn vor 100 Jahren Remarques Bestseller als Graphic Novel



Melle/Osnabrück. Der weltberühmte Anti-Kriegsroman „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque wird erstmals bebildert. Das Buch erscheint als Graphic Novel im Mai 2014, weil vor 100 Jahren der Erste Weltkrieg begann.

Remarque schildert in seinem Roman die selbst erlebten Grauen der Schlachten in Ypern. Der Grafiker und Künstler Peter Eickmeyer aus Melle schuf mit 60 großformatigen Bildern in dreijähriger Arbeit die Vorlagen in Gouache-Technik. Parallel dazu entwickelte er gemeinsam mit seiner Frau Gaby von Borstel auch das Konzept für das 160-seitige Hard-Cover-Buch (Splitter Verlag). Seine Arbeit wurde vom Remarque-Friedenszentrum unterstützt.

Die Realisierung des Projekts hing wegen der rechtlichen Gemengelage lange in der Schwebe: Der Verlag Kiepenheuer & Witsch hält die deutschen Rechte an Remarque, weltweiter Rechteinhaber ist die Schweizer Literaturagentur Mohrbooks, und die Universität von New York verwaltet den Nachlass des Osnabrücker Autors. Außerdem geisterte in den USA noch die Idee herum, den Roman ein drittes Mal zu verfilmen, diesmal mit Daniel Redcliff (Harry Potter) in der Hauptrolle.

„Mohrbooks war von Anfang an an unserem Projekt interessiert und Thomas Schneider vom Remarque-Friedenszentrum bei den Gesprächen sehr hilfreich“, berichtete Eickmeyer.

Als endlich auch aus den USA das Okay kam, legte er los. Zum Teil auf den früheren Schlachtfeldern in Ypern entstanden Skizzen, aus denen über Zwischenschritte die plakatgroßen Gouache-Bilder wurden. Der Künstler gab den Protagonisten des Buches Gesichter. „Remarque war sehr bildlich in seiner Sprache, das hat es einfacher gemacht“, sagte er.

Remarques Roman im Original bildet die Grundlage des neuen Buches mit gekürzten Textpassagen. „Das Buch lässt sich wunderbar in Kapitel unterteilen“, freut sich Eickmeyer. Er setzt bei den Bildern gezielt auf die Gouache-Technik. Sie verbinde die aquarellistische Wirkung der Bilder gut mit den deckenden Farben. Das passe zur „Erde als zentrales Thema“ der Bildsprache, die dreckig, wüst und erdig daherkomme.

Für Eickmeyer ist Graphic Novel längst mehr als nur Comic . In Frankreich gelte sie als anerkannte Kunst- und Literaturform, und auch in Deutschland löse sie sich vom Image der Mickey-Mouse-Hefte. Er verwies auf Kafkas „Die Verwandlung“ oder die Adaption von Literaturstoff aus der Feder von Marcel Proust oder Jack London.

Eickmeyers Graphic Novel wird im Mai auf dem Comic-Salon in Erlangen vorgestellt, es folgen Präsentationen in Osnabrück und auf der Frankfurter Buchmesse.


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