Bewegte Bilder auf 11.000 Quadratmetern Bad Rothenfelde startet die vierte Lichtsicht-Biennale

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Bad Rothenfelde. Kunst auf einer Gesamtlänge von knapp 400 Metern: Bad Rothenfelde startet die vierte Lichtsicht-Biennale. 13 Kunstprojekte artikulieren Zeitkritik zu Themen wie Krieg und Finanzkrise. Von Stefan Lüddemann

Von der „Verführungskraft der Illusion“ sprach der künstlerische Leiter der Biennale, Manfred Schneckenburger am Mittwochabend in Bad Rothenfelde. Der Kurort sei derzeit das weltweite Zentrum für die erweiterte Lichtprojektion. Diese neue Kunstform beerbe die traditionellen Kunstgattungen wie Malerei oder Skulptur, sagte der zweifache Documenta-Leiter. „Die Projektion braucht keine Rückendeckung der Tradition mehr“, fasste Schneckenburger die Entwicklung zusammen, die mit der ersten Lichtsicht-Biennale 2007 begonnen habe.

Die Biennale wird am Freitag, 27. September, eröffnet. Die Projektionen sollen bis zum 5. Januar 2014 jeweils mit Beginn der Dunkelheit zu sehen sein. Nach den Angaben der Veranstalter hat die dritte Lichtsicht-Biennale 2011 rund 160.000 gezählte Besucher angezogen. In diesem Jahr sollen mit verstärktem Marketing noch mehr Menschen für die Lichtkunst begeistert werden. Ein Workshop vermittelt diese Kunstform Kindern und Jugendlichen.

Die 13 Werke von zwölf internationalen Künstlern und Künstlerteams unter anderem aus Deutschland, den USA, Japan und Australien werden auf das Alte und das Neue Gradierwerk geworfen. Die bis zu 13 Meter hohen, mit Büscheln aus Schwarzdornzweigen bedeckten Holzbauwerke bieten insgesamt rund 11.000 Quadratmeter Projektionsfläche. Das Kurmittelhaus und eine Wasserfontäne bieten weitere Flächen für die bewegten Bilder, die von insgesamt 50 Hochleistungsbeamern erzeugt werden.

Aufwendige Technik und anspruchsvolle Kunstprojekte haben ihren Preis. Die Vertreter der veranstaltenden Lichtsicht GmbH wollten das genaue Budget nicht nennen. Der Etat des Kunstprojektes soll dem Vernehmen nach bei mehreren hunderttausend Euro liegen. Mit der Sparkassen-Stiftung beteiligt sich in diesem Jahr erstmals ein Sponsor an dem Projekt. Den Angaben zufolge unterstützt die Sparkassen-Stiftung das Kunstprojekt mit einem Betrag von 100.000 Euro.

Die vierte Lichtsicht-Biennale zeigt sich ungewohnt zeitkritisch. Großprojektionen thematisieren die Finanzkrise ebenso wie die immer komplexere Kommunikation. Eines der Kunstwerke zeigt Panzer, Helikopter und Kampfjets, die gegen die Projektionswand anzurennen scheinen - ein perfektes Sinnbild des sinnlosen Krieges.

Weitere Infos: www.lichtsicht-biennale.de


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