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Teamwork der Intuition

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Feinarbeit: '"'Wer nichts zu tun hat, sollte Kunst kritisieren'"', heißt dieses lebendige Bild.Feinarbeit: '"'Wer nichts zu tun hat, sollte Kunst kritisieren'"', heißt dieses lebendige Bild.

Großformatige, farbenprächtige Collagen von Charlotte Dally und Katja Niemeyer zeigt zurzeit die Galerie schwarz|weiß. Es handelt sich nicht um eine Doppelausstellung, denn die beiden Studentinnen arbeiten im Team.

Die Leinwand war der gemeinsame Ausgangspunkt für die Entstehung der Bilder: Auf ihr brachten die Künstlerinnen mit Hilfe von Kleister zunächst alte Zeichnungen, Skizzen, Zeitungsschnipsel und Stoffstücke auf, die sie im zweiten Arbeitsgang mit Acryl- und Ölfarben bearbeiteten. So entstanden Anfang des Jahres Werke wie '"'Die Frau'"'.

In der Mitte eines Meeres aus Farbflächen kristallisiert sich das Antlitz einer Frau heraus, die den Betrachter fixiert. Solch gegenständliche Bildelemente sind aber eher selten, es überwiegen die abstrakten Formen. So ist die Collage '"'unser Leben'"' ein Konglomerat an Farbflächen. Rot-, Blau-, Orange- und Braun-Töne mischen sich zu einem dynamischen Wirbel - eine Metapher für das aufregende, ja aufreibende Leben der Studentinnen, in denen kleine Kinder eine dominante Rolle spielen?

Interessant ist, dass alle Arbeiten in Teamwork entstanden. Von verschiedenen Seiten tasteten sich die Künstlerinnen aneinander an, inspirierten sich gegenseitig und erzielten offenbar einen hohen Grad an intuitiver Übereinstimmung, wie das Resultat in Bezug auf Farbgebung und Komposition im Endeffekt aussehen sollte. Ein Versuch, das Projekt zu einem späteren Zeitpunkt weiterzuführen, scheiterte, da sich Dally und Niemeyer in der Zwischenzeit künstlerisch in andere Richtungen entwickelten.

'"'Alle sehen ein Krokodil'"' ist der Titel eines gemeinsamen Werks, das in der Galerie schwarz|weiß zu sehen ist. Der ist sicherlich ironisch gemeint, denn ein Alligator ist in dem Bild auch mit großer Fantasie nicht zu entdecken. Noch kryptischer wird die Titelwahl bei der Collage '"'Wer nichts zu tun hat, sollte Kunst kritisieren'"'. Nimmt man die Aufforderung wörtlich, so bemerkt man einen Stilbruch. Denn im Gegensatz zu anderen Werken wurde hier filigraner gearbeitet. Außerdem entdeckt man Dinge des täglichen Lebens: einen Blumenstrauß, eine Schale mit Eiskugeln, die Scheibe einer Zitrusfrucht.


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