zuletzt aktualisiert vor

Im Kopf gibt es keine Grenzen

Sehnsucht nach Grenzenlosigkeit: Die Künstler Erika Meershoek, Ruud Zweypfenning und Coby Kluitmann zeigen mit zwei weiteren Kollegen ab heute Objekte im Kunstquartier an der Bierstraße. Foto: Klaus LindemannSehnsucht nach Grenzenlosigkeit: Die Künstler Erika Meershoek, Ruud Zweypfenning und Coby Kluitmann zeigen mit zwei weiteren Kollegen ab heute Objekte im Kunstquartier an der Bierstraße. Foto: Klaus Lindemann

Die Ausstellung beginne erst morgen, gab Renate Michalick dem Paar mit auf den Weg, das einen Tag zu früh neugierig das Kunst-Quartier betritt. Und lädt sie zur heutigen Eröffnung ein. Schon einen Tag vor ihrem Start machte die Ausstellung „Grenzenlos“ die Passanten neugierig.

Fünf Künstler aus Haarlem präsentieren ab heute Malerei, Grafiken, Keramiken und Skulpturen im Ausstellungsraum des Bundes Bildender Künstler (BBK). Im April und im Mai haben sieben Künstler aus Osnabrück eine Ausstellung in der niederländischen Partnerstadt gezeigt. Erika Meershoek, Henk Zwanenburg, Ruud Zweypfenning, Coby Kluitmann und Sjet Daverveldt sind also auf Gegenbesuch hier.

Die Idee zum Austauschprojekt entstand, als Erika Meershoek im vergangenen Jahr nach Ausstellungsmöglichkeiten in Osnabrück fragte. Sie und Renate Michalick, Vorsitzende der BBK-Bezirksgruppe, haben das Projekt organisiert und das Thema „Grenzenlos“ ausgeklügelt. Der Titel spielt auf die fallenden Grenzen in Europa an.

Doch Grenzen gibt es nicht nur zwischen Nationen. Das wird in den Objekten der fünf Niederländer deutlich. Coby Kluitmann etwa geht es in ihren Grafiken um das Thema Natur, die dem Menschen ihre eigenen Grenzen setzt. Eines ihrer Bilder heißt „Wasser“. Zu sehen ist die Silhouette eines Kopfes in wässrigem Blau, in dem niederländische Begriffe schwimmen. Ihr gehe es um das Wasser als lebensspendendes Element, aber auch als Bedrohung. Gerade in den eher kleinen und flachen Niederlanden ist der steigende Meeresspiegel immer ein Thema.

Grenzenlose Liebe und Freiheit zeigen Ruud Zweypfennings Skulpturen. Allein fünf stellen die Liebe zwischen Zeus und Leda dar: Der griechische Gott nähert sich seiner Angebeteten in Gestalt eines Schwans. „So lange sie sich lieben, leben sie in ihrer eigenen, grenzenlosen Welt“, sagt Zweypfenning. Der studierte Biologe hat außerdem einen Stier mitgebracht. Ein Symbol für Kraft, dem aber Beschränkungen auferlegt sind.

Einen weiteren Ansatz hat Erika Meershoek gewählt. Sie arbeitet mit ihrem Mann, einem Fotografen, zusammen. Seine Abbilder der Realität hebt sie in Kombination mit ihrer Malerei in eine neue Wirklichkeit. „Die Bilder sehen realistisch aus, aber sie sind es nicht“, sagt sie. Im Kopf, so Meershoek, gebe es keine Grenzen.

Außerdem sind noch Keramikarbeiten von Sjet Daverveldt und Malereien von Henk Zwanenburg zu sehen. Daverveldt hat für die Ausstellung in Osnabrück extra die „Vase ohne Grenzen“ kreiert. Sie zeigt die Berliner Mauer vor ihrem Fall. Bei Zwanenburg konzentriert sich alles auf Flugzeuge. Mal aus weiter Ferne zwischen den Wolken, mal aus der Nähe, mal mit einem Blick aus dem Cockpit bei der Landung zeigt der Künstler die Flugerlebnisse. Gerade diese Perspektiven machen seine Bilder erfrischend.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN