Unerreichbares Ideal der Schönheit „Mona Lisa“, der Inbegriff der Traumfrau


Paris. Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ ist das berühmteste Gemälde der Welt. Doch die Mona Lisa ist noch mehr – Inbegriff einer Traumfrau.

In unserer Serie „Traumfrauen“ präsentieren wir heute eine der rätselhaftesten Damen der Kunstgeschichte: Mona Lisa.

Warum nur lässt sie uns seit Jahrhunderten keine Ruhe? Liegt es an ihrem unmerklichen Lächeln, den sacht verengten Augen oder an den schönen, lässig verschränkten Händen? Mona Lisa sitzt einfach da. Sie wirkt mit lasziver Passivität. Und bewegt genau damit unzählige Bewunderer. Die „Mona Lisa“ sei das berühmteste Gemälde der Welt , heißt es in jedem Lexikon. Doch was ist mit diesem Superlativ erklärt? Eigentlich nichts. Die stille Dame geizt mit äußeren Reizen. Doch über den einen Reiz, der eine Traumfrau erst zu einer einer Traumfrau macht, über den verfügt sie in unaussprechlichem Maß: Unergründlichkeit.

Was hilft es da schon, dass sie nahezu jederzeit besucht werden kann? Das 77 mal 53 Zentimeter große Porträt, das Leonardo da Vinci wohl zwischen 1503 und 1505 von der jungen Dame malte, hält im Pariser Louvre Hof. Eine eigene Betonwand birgt dieses Bild der Bilder, Panzerglas schützt seine empfindliche Oberfläche, Sperren halten Besucher auf Distanz. Und Abstand wird auch benötigt. Denn vor diesem Gemälde verwandeln sich Museumsbesucher in tobende Fans. Die wogende Menge, die Blitze der Fotohandys – vor diesem Meisterwerk der Renaissance geht es zu wie bei einem Rockkonzert. Doch so sehr die Menge auch vor Verzückung vibriert - Mona Lisa lächelt und schweigt.

Eine echte Traumfrau verschenkt sich nicht, sie wahrt ihr Geheimnis. Genau darin ist Mona Lisa die unerreichte Meisterin ihres Faches. Wissenschaftler haben versucht, ihr geheimnisvolles Lächeln statistisch zu messen. Ein Kunstdieb entwendete das berühmte Bild 1911, ein Rowdy beschädigte es mit einem Steinwurf. Leonardos magisches Bild tourte um die Welt, nach New York, Moskau, Tokio. Dem wahren Wesen dieser Dame ist im Lauf der Zeit aber niemand auch nur einen Zentimeter näher gekommen. Selbst gewiefte Kunstexperten müssen eingestehen, dass sie nicht wissen, wer die dargestellte Dame wirklich ist. Handelt es sich tatsächlich um die Ehefrau des Florentiner Tuchhändlers Francesco del Giocondo oder doch um das Porträt einer verstorbenen Geliebten Giuliano de Medicis? Sehen wir überhaupt eine reale Person oder nur ein Idealporträt, das sich Leonardo ausgedacht hat?

Schon Leonardo da Vincis Zeitgenossen kannten sich in der Mona Lisa-Affaire nicht aus. Für ein privates Porträt ist das Gemälde zu groß. Der Künstler hat es obendrein niemals abgeliefert. Schon kurz nach seinem Tod 1519 gelangte das Bild in die Kunstsammlung des französischen Königs Franz I. Das Auftragsbild avancierte umgehend zum legendären Kunstwerk. Kein Wunder. Die gemalte Mona Lisa ist fast zu schön, um eine Sterbliche darzustellen. Wen auch immer Leonardo gemalt hat - er hat vor allem einen Mythos der Schönheit selbst geschaffen. Duftig und lebensnah schwebt uns Mona Lisa entgegen, doch im gleichen Augenblick entzieht sich die Gestalt wieder, als trenne sie ein zarter Schleier von der profanen Welt. Dieser ewige Wechsel von Nähe und Ferne macht Mona Lisa unerreichbar. Das Geheimnis dieser Traumfrau liegt in Reizen, die so flüchtig erscheinen, dass sie jeder Betrachter umso eindringlicher fixieren möchte. Diese Traumfrau besetzt Geist und Sinne ihrer Betrachter - weil sie sich unablässig entzieht. Gerade mit dieser Qualität avanciert Leonardos Dame zur perfekten Traumfrau. Keine Klügelei kommt ihr bei. Also bleibt nur dies: schauen und bewundern.

Und wer ist Ihre Traumfrau?

In unserer Serie „Traumfrauen“ stellen wir außergewöhnliche Persönlichkeiten vor - reale und fiktive. Doch wer ist Ihre Traumfrau? Bitte senden Sie ihre Vorschläge an: info@noz.de . Die Redaktion wählt einzelne Vorschläge aus und schreibt dann über Ihre Traumfrau.


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