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Freimaurer und Theater kooperieren

Lessing und Mozart, Goethe und Rachmaninoff: Die Liste der Künstler unter den Freimaurern ist lang. Das spiegelt eine neue Kooperation der Osnabrücker Loge "Zum Goldenen Rade" mit dem Theater wider. Hintergrund dieser bundesweit einzigartigen Zusammenarbeit ist das 200-jährige Bestehen der Loge. Gestern Abend fand die erste öffentliche Veranstaltung dieser neuen Kooperation statt: ein Liederabend, der an die Frühlingsgefühle appellierte.

Bewusst geht die Osnabrücker Loge damit an die Öffentlichkeit. "Wir sind kein Geheimbund", sagt Meister vom Stuhl Peter Doderer, der Vorsitzende der Loge. Im Gegenteil: Die "Maurer" suchen den Dialog. Deshalb öffnet die Osnabrücker Loge am 3. Mai ihre Türen für einen Abend mit Werken freimaurerischer Komponisten. Unter anderem werden vier Lieder vom Namensgeber des Hauses auf dem Programm stehen, die er für seine geschätzten Osnabrücker Brüder schrieb.

Wie tief die Zusammenarbeit geht, zeigt ein Abend im September. Dann werden unter dem Titel "Ring frei?" Vertreter des christlichen, jüdischen und muslimischen Glaubens über die Ringparabel aus Lessings "Nathan der Weise" diskutieren - passend zur Inszenierung des Stückes, das in der kommenden Saison auf dem Spielplan des Theaters steht.

Den passenden Rahmen für die Geburtstagsfeier der Loge am 30. November liefert einer der berühmtesten Freimaurer überhaupt: Wolfgang Amadeus Mozart. Seine "Zauberflöte" steht dann auf dem Programm - in einer konzertanten Aufführung, die explizit die Freimaurersymbolik in der Oper herausarbeitet, wie Matthias Köhn, der kaufmännische Direktor des Theaters, ankündigt. Und auch über das Jahr 2007 hinaus wird sich die Loge für das Theater engagieren: Die Osnabrücker Brüder werden das Kinder- und Jugendtheater "Oskar" unterstützen.


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