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Das Menschliche – mal grob, mal solide

Fanden sich per Internet: Die Künstlerinnen Andrea Wilmers und Karla Gänßler stimmen im Thema überein, unterscheiden sich aber in der Technik. Foto: Uwe LewandowskiFanden sich per Internet: Die Künstlerinnen Andrea Wilmers und Karla Gänßler stimmen im Thema überein, unterscheiden sich aber in der Technik. Foto: Uwe Lewandowski

„Torso“ heißt eine Ausstellung im Kunstquartier des BBK Osnabrück, die morgen um 11.30 Uhr eröffnet wird. Andrea Wilmers aus Bramsche und Karla Gänßler aus Brandenburg zeigen Malerei und Plastik zum „menschlichen Sein“.

Gesucht und gefunden: Um dem Konzept des Bundes Bildender Künstler Osnabrück (BBK) zu entsprechen, im Kunstquartier unterschiedliche Positionen zweier Künstler zu einem Thema gegenüberzustellen, ging die Bramscher Künstlerin Andrea Wilmers auf die Suche nach einer Partnerin. Da sie sich in der letzten Zeit malerisch mit dem menschlichen Körper in der reduzierten Form des Torsos beschäftigte, nahm sie Kontakt zu ihrer Kollegin Karla Gänßler auf, die sich demselben Thema widmet – aus der häufiger praktizierten Perspektive der Bildhauerin. Gemeinsam planten die beiden, die sich per Internet gefunden haben, das Konzept zur Ausstellung. So entstanden Aluminium-Guß-Exponate von Karla Gänßler, die in direkte Korrespondenz mit den gemalten Torsi von Andrea Wilmers treten, erst in den vergangenen sechs Monaten, nachdem man sich zu der Kooperation in Osnabrück entschlossen hatte.

Doch nähern sich die beiden Frauen dem Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Hier die intuitiv gemalten Konstrukte, die den seelischen Befindlichkeiten des Menschen auf den Grund gehen, dort die mal solid, grob bearbeiteten Steinskulpturen oder die fein und filigran gegossenen Bronzeplastiken, die die menschliche Existenz grundsätzlich hinterfragen. So begibt sich die in Berlin lebende und in der Uckermark arbeitende Gänßler mit ihren ausdrucksstarken Elbsandstein-Figuren in der Antike auf Spurensuche und wählt Titel aus der griechischen Mythologie für ihre Torsi. Oder sie erinnert mit ihren kleineren Bronzen an stolze Wächter, die mit ihren Stäben ihrer Funktion nachkommen, nämlich „Hüterinnen der Gärten“ zu sein.

Ausweglosigkeit und Hoffnung, Anfang und Ende, Bewegung und Stillstand sind die antagonistischen Pole, zwischen denen sich Andrea Wilmers in ihren Bildern bewegt, denen stets die metaphorisch reiche Form des Kreuzes zugrunde liegt. Farblich und strukturell vielschichtig, bieten sich immer neue Fluchtpunkte und Auswege, aufgelockert durch grafische Elemente wie Ziffern, Buchstaben und Zeichen, die den Betrachter in der Realität verhaftet sein lassen.


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