271 Kunstwerke lagen in Garage Gericht verurteilt Pablo Picassos Elektriker

Meinung – Dr. Stefan Lüddemann | 20.03.2015, 20:00 Uhr

271 unbekannte Werke Picassos in einem Pappkarton: Die Geschichte klingt nach Diebstahl. Doch wer sind die Hintermänner? Ein Kommentar.

Pablo Picasso war ein Jahrhundertkünstler. Abgehoben war er deshalb noch lange nicht. Zu seinen besten Freunden zählte der Friseur Eugenio Arias, dem er zahlreiche seiner Werke schenkte. Arias eröffnete mit ihnen ein eigenes Museum. Könnte Picasso da nicht auch seinem Elektriker Kunst verehrt haben? Vielleicht. Aber warum wusste niemand davon?

 Was war Pablo Picasso eigentlich für ein Mensch? Kunstexperte Markus Müller gibt im Interview Auskunft. 

Die Geschichte von 271 unbekannten Picasso-Werken, die jahrzehntelang im Pappkarton lagen, klingt ebenso unglaublich wie die von dem Elektriker, der sich ausgerechnet von Picassos Erben die Echtheit des dubiosen Schatzes bescheinigen lassen will. Dämlicher geht es kaum. Deshalb bleibt die Frage: Gibt es nicht doch Hintermänner, die das Rentnerpaar nur vorgeschickt haben? Der Verdacht liegt nahe.

 Warum war Picasso als Künstler so wichtig? Lesen Sie hier einen weiteren Teil des Interviews mit Markus Müller. 

Auch so bleibt es bei der erstaunlichen Tatsache, dass derart viele Arbeiten Picassos über lange Zeit verborgen bleiben konnten. Waren sie nirgends dokumentiert – um dann vermisst zu werden? Der Fund zeigt wieder einmal, wie sensibel Kunstwelt und Kunstmarkt auf solche Konvolute reagieren. Die Klassiker der Moderne bleiben eben zugkräftig.