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„Eine neue Aufklärung beginnen“

Die deutschen Freimaurer stehen seit ihrer Entstehung in der Aufklärung des 18. Jahrhunderts in enger Verbindung zur Kultur. Beides – Aufklärung und Kultur – verbanden nun die Osnabrücker Freimaurerloge „Zum Goldenen Rade“ und das Theater am Domhof miteinander. Schauspieler und Musiker präsentierten im Lortzing-Haus Texte und Musik der Aufklärungszeit.

Ludwig van Beethovens Streichtrio in G-Dur op. 9 Nr. 1, ein in der Spätaufklärung entstandenes Werk, umrahmte die Rezitation aufklärerischer Texte. Das „Artland Trio“ Christian Heinecke (Violine), Gabriele Heinecke (Viola) und Susanne Lamke (Violoncello) faszinierte das Publikum mit seiner stimmungsvollen Darbietung der vier Sätze. Eine zum Nachdenken und gleichzeitig Schmunzeln anregende Auswahl an Texten bildete den literarischen Teil zum Thema „Was ist Aufklärung?“. Mendelssohn, Kant und Wieland „sprachen“ von Licht, Finsternis und der Bequemlichkeit, mit der die Menschen in Unmündigkeit lebten: „Im Dunkeln kann man lediglich schlafen, und man stößt sich nur die Nase“ (Wieland, 1789). Natürlich war auch Lessing vertreten, der, lebhaft von Oliver Meskendahl und Friedrich Witte dargestellt, in einem Briefwechsel mit Goetze über die (Un-)Vereinbarkeit von Religion und Vernunft stritt. Die berühmte Ringparabel, vorgetragen von Katharina Quast, beschloss den Streit über die Existenz einer einzig wahren Religion. „Wie vor 200 Jahren sind auch heute noch Brüderlichkeit, Toleranz und Menschlichkeit die bedeutenden Werte, die wir vertreten“, erklärte Peter Doderer, Meister vom Stuhl der Loge.


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