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Das Karussell der Instrumente dreht sich mal wieder

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In der Stüveschule und der Kreuzschule im Schinkel drehte sich das Instrumentenkarussell. Hierbei handelt es sich eigentlich um eine beliebte Vorgehensweise in der Osnabrücker Musik- und Kunstschule: Junge Menschen probieren zunächst verschiedene Instrumente aus, bevor sie sich entscheiden, in welchem sie unterrichtet werden möchten. Beides, das Karussell als auch der Instrumentalunterricht, wird jetzt im Schinkel praktiziert.

Nach den Sommerferien startete das Projekt: Die Schüler der zweiten Klassen durften Violine, die türkische Langhalslaute Saz, Keyboard, Gitarre und Blockflöte kennenlernen. „Obwohl es sich um ein freiwilliges Angebot handelte, machten alle Schüler begeistert mit“, berichtet Angelika Teuwsen, die Schulleiterin der Kreuzschule. Die erfolgreiche Kooperation zwischen den Grundschulen und der Musik- und Kunstschule konnte durchgeführt werden, weil das städtische Büro für Friedenskultur Gelder aus einer besonderen Aktion bereitstellte: „Einmal im Jahr heißt es in Osnabrück während der interkulturellen Wochen ‚Tu was!‘“, erklärt Margret Poggemeier, Leiterin des Büros. Im Rahmen der Aktion engagieren sich Schüler für Schüler, im letzten Jahr zum Beispiel durch Buttonverkäufe. So kamen 1111 Euro zusammen, die jetzt der Aktion im Schinkel zuflossen. „Diese großartige Solidaraktion versetzt jetzt Schüler in die Lage, ein Musikinstrument zu lernen, die ansonsten vielleicht gar nicht auf die Idee gekommen wären“, so Poggemeier. Beide Schulen zeigten einen großen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund auf (Stüveschule 66 Prozent, Kreuzschule 33 Prozent). Außerdem gebe es viele Eltern mit mehreren Kindern, die es sich aus Zeit- und Geldmangel nicht leisten können, ihre Kinder zum Musikunterricht an der Musik- und Kunstschule in der Caprivistraße zu bringen.

Nach dem Karussell, das bis zu den Herbstferien dauerte, durften die Schüler ein Instrument wählen, auf dem sie unterrichtet werden wollen. „Es ist überwältigend: Zwei Drittel der Schüler haben sich zum Unterricht angemeldet, und das am häufigsten gewählte Instrument ist die Geige“, meint Martin Igelmann, der Leiter der Stüveschule.

„Wir wollen das Projekt auf jeden Fall weiterführen“, erklärt die Leiterin der Musik- und Kunstschule, Sigrid Neugebauer-Schettler. Aus ihrem Haus stammen auch die Instrumente, die jetzt im Schinkel erlernt werden. Wenn die Schüler im Unterricht fortgeschritten sind, dürfen sie ihr Instrument zum Üben mit nach Hause nehmen. Da es bisher noch keine Kooperation der drei Institutionen gab, steigt der Anteil der Osnabrücker Schulen, mit denen die Musik- und Kunstschule zusammenarbeitet, auf 90 Prozent.


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