Vorher 14 Jahre auf der Iburg Landschaftsverband residiert jetzt im Hafenspeicher

Das neue Büro ist bezogen, der Ausblick aber noch ein wenig ungewohnt: Susanne Tauss, Geschäftsführerin des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land e.V., in ihren neuen Räumen am Osnabrücker Hafen. Foto: Hermann PentermannDas neue Büro ist bezogen, der Ausblick aber noch ein wenig ungewohnt: Susanne Tauss, Geschäftsführerin des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land e.V., in ihren neuen Räumen am Osnabrücker Hafen. Foto: Hermann Pentermann
Hermann Pentermann

Osnabrück. Von der Hofapotheke in den Hafenspeicher: Der Landschaftsverband Osnabrücker Land e.V. ist umgezogen. Die Kulturförderer haben damit ihren Standort von der Iburg nach Osnabrück verlegt. Trotz des kompletten Wechsels soll sich nicht alles ändern.

Bis vor Kurzem noch schaute sie aus dem Fenster ihres Büros hinaus in ein weites Tal, über Dächer hinweg auf malerisch gruppierte Baumwipfel. Jetzt schweift der Blick von Susanne Tauss über ein Baustellengelände. Sandhaufen, Kabel, Schaufeln – rund um das Gebäude im Osnabrücker Hafengebiet sieht es nicht gerade pittoresk aus. „Wir waren von diesem Umzug von Anfang an überzeugt“, sagt die Geschäftsführerin des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land e.V. aber und klingt nicht eine Spur trotzig dabei.  Hier weiterlesen: Landschaftsverband bezieht leisen Speicher.

Fahrstuhl statt Stiege

Der Wechsel ist dennoch harsch. Hafenspeicher statt Hofapotheke: So wäre der Umzug des Verbandes an die Adresse Am Speicher 2 in Kurzform zu beschreiben. Immerhin geschlagene 14 Jahre lang arbeiteten die Kulturförderer des Landschaftsverbandes auf der Iburg in Bad Iburg. In der Hofapotheke ging es enge Stiegen in die Büros hinauf. Eng, verwinkelt und urgemütlich war dieses Domizil, das zum Ende des abgelaufenen Jahres geräumt werden musste. Nun schließt sich rasselnd der Stahlvorhang im Fahrstuhl, wenn es hinauf in den Hafenspeicher geht. Dort steht die Truhe aus dem angestammten Eingangsbereich wieder. Aber wirkte sie unter dunklen Balken nicht heimeliger als auf glattem Beton?

Neues Kontaktnetz

Macht nichts. Der Landschaftsverband Osnabrücker Land e.V. scheint angekommen im neuen Domizil im Osnabrücker Hafengelände. Nach der Zeit im Südkreis geht es jetzt mitten hinein in die Stadt. Damit verändert sich nicht nur eine Bürosituation, sondern das kulturelle Kontaktnetz im Landkreis Osnabrück. Der Verband ist näher an den Nordkreis gerückt, liegt zentraler im Zuständigkeitsgebiet. Die zentrale Lage gilt auch für die Kulturszene. „Wir finden uns hier in einer sehr lebendigen, kreativen Kulturmixtur wieder“, sagt Susanne Tauss und verweist auf die Nachbarschaft von Theaterpädagogischer Werkstatt und Grafikagentur Hasegold. Die beiden weithin gelb leuchtenden Speicher sollen zu Treffpunkten in der Stadt werden, zu Knotenpunkten der kreativen Szene ohnehin – mit dem Landschaftsverband mittendrin. 

Im "leisen" Speicher

„Es gibt einen lauten und einen leisen Speicher“, erklärt Susanne Tauss und verweist auf das Gebäude nebenan, in dem Rockbands ihre Probenräume haben. „Osnabrück hat eine lebendige Musikszene“, sagt die Geschäftsführerin. Die Büros ihres Verbandes allerdings befinden sich im anderen, dem leisen Gebäude, in dem kein Schlagzeug, keine E-Gitarre dröhnen darf. Hier ist nur Gedankenarbeit gefragt. Die leistet der Landschaftsverband auf tatsächlich stille Art und Weise für die ganze Region. der von Stadt und Landkreis gegründete Verband zählt noch eine Reihe weiterer Mitglieder. Er ist für die Kulturförderung in der Fläche zuständig und bringt immer wieder eigene Projekte auf den Weg. Ob das Skulpturenprojekt „Colossal“ 2009 oder das Open-Air-Kino „Sommerflimmern“ – immer wieder steht der Landschaftsverband im Hintergrund, wenn Kulturformate in Stadt und Landkreis Wirklichkeit werden. So steht 2020 der 300. Geburtstag von Justus Möser an. Das Jahr soll als Möser-Jahr an den Staatsmann und Schriftsteller der Goethezeit erinnern.  

"Wir machen weiter"

Und auch mit der Ausstellungsreihe des Landschaftsverbandes soll es weitergehen. Unter dem Titel „Kunst in der Hofapotheke“ wurden gestandene Künstler und Talente vom Fachgebiet Kunst der Universität Osnabrück zusammengebracht. Die Reihe soll nach den Worten von Susanne Tauss weitergehen. Nur der Titel wird noch gesucht. „Wir machen in diesem Feld auf jeden Fall weiter“, sagt Susanne Tauss bestimmt und schaut wieder nach draußen. Die Umgebung ist in der Tat noch etwas ungewohnt.


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