Malers und Bildhauer Münchner Ausstellung zeigt Markus Lüpertz auch als Cineasten

Von dpa

Die Bronze „Herkules Entwurfsmodell“ ist im Haus der Kunst in München zu sehen. Foto: Sven HoppeDie Bronze „Herkules Entwurfsmodell“ ist im Haus der Kunst in München zu sehen. Foto: Sven Hoppe

München. 200 Gemälde und Zeichnungen des Künstlers Markus Lüpertz werden in einer neuen Ausstellung gezeigt. Die Arbeiten sind von der Liebe des Künstlers zum Film inspiriert.

Ein Bild zeigt den Moment, der Film erzählt die Geschichte: Die neue Ausstellung des Malers und Bildhauers Markus Lüpertz (78) in München zeigt, wie die beiden Genres in seinen Werken verschwimmen.

Lüpertz entwickelte schon in jungen Jahren eine Begeisterung für das Kino, besonders die frühen Autorenfilme und Western haben es ihm angetan. Die US-amerikanische Kunsthistorikerin Pamela Kort entdeckte diese Leidenschaft und entwickelte daraus das Konzept der Ausstellung. Bis Januar kommenden Jahres werden im Haus der Kunst über 200 seiner Gemälde und Zeichnungen präsentiert.

Lüpertz habe sich stark vom Film inspirieren lassen. „Er versucht, seine Bilder in Bewegung zu versetzen“, erklärte Kort am Donnerstag in München. Beim Malen wie im Kino sei es Lüpertz weniger um das Erzählerische gegangen, die Technik habe ihn fasziniert. Als Kuratorin stellt sie erstmals den dynamischen, sich wiederholenden Charakter seiner Bilder und Gemälde-Serien in den Vordergrund. Die filmische Sichtweise eröffne einen neuen Blick auf seine Werke.

Zum Cineasten wurde Lüpertz in Berlin, wo er seit Anfang der 1960er Jahre lebt. Das Kino sei ein Ort gewesen, um der tristen Nachkriegsrealität zu entfliehen, erzählte der Künstler. „Für zwei Mark konnte man sich im Kino aufwärmen“. Gleichzeitig sei der Film selbst eine „riesige Projektionsfläche für Träume“ gewesen. In ganz Berlin fand er Ideen und Motive für seine Werke - besonders in den Kneipen. Der Film sei nur ein kleiner Aspekt seiner Arbeit. Heute steht er dem Genre sehr viel kritischer gegenüber. Mit den modernen Blockbustern kann er wenig anfangen: „Das ist für mich nicht mehr Kino, weil es keine Fantasie mehr hat.“


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