Neues Album von Avishai Cohen Gute-Laune-Jazz aus Israel

Große Klasse: Das Trio von Kontrabassist Avishai Cohen mit Elchin Shirinov (Klavier) und Noam David (Schlagzeug). Foto: Didièr PeronGroße Klasse: Das Trio von Kontrabassist Avishai Cohen mit Elchin Shirinov (Klavier) und Noam David (Schlagzeug). Foto: Didièr Peron

Osnabrück. Avishai Cohen zählt zu den profiliertesten Bassisten, Bandleadern und Komponisten des zeitgenössischen Jazz. Das unterstreicht er mit seinem aktuellen Album "Arvoles".

Im Stück "Simonero" kommt allerhand zusammen. Schicht um Schicht legt Avishai Cohen da übereinander, jede für sich gültig und prägnant, jede eine individuelle Persönlichkeit. Und doch passen sie zueinander und ergänzen sich zu einer komplexen, mitreißenden Textur. Der Bandleader selbst erlaubt sich den Reigen zu eröffnen, Pianist Elchin Shirinov und Schlagzeuger Noam David folgen, und Björn Samuelsson und Anders Hagberg geben mit Posaune und Flöte eigene, ungewöhnliche Farben und Linien dazu - was für ein Einstieg in Cohens Album "Arvoles". Und wie heiter, lieblich fast geht es weiter, diesmal ohne die beiden Bläser: "Arvoles", das titelgebende Stück, ist ein traditionelles Liebeslied der sephardischen Juden in Spanien - Cohen kann auch schmeicheln und streicheln. Das zeigt er in Stücken wie "Gesture #2", das zeigt er in einer schwebenden Mehrstimmigkeit in "Childhood", jeweils zusammen mit den beiden Bläsern.Er liebt aber auch das konfrontative Spiel mit komplexen Rhythmen und orientalisch gefärbten Melodien. Er spitzt in "New York 90's" hinüber zum Jazzrock und entlässt seine Zuhörer schließlich mit einem swingenden Stück in bester Bop-Tradition - "Arvoles" bietet nicht nur exzellente Musik, sondern bereitet Freude und macht einfach gute Laune.

Avishai Cohen:

"Arvoles".
erschienen als CD und LP bei razdazrecordz.


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