Bald neue Leitung der Kunsthalle? Christel Schulte leitet das Haus in der Übergangszeit

Die Ära nach Julia Draganovic beginnt: Kuratorin Christel Schulte (links) soll das Haus für den Übergang leiten. Kulturvorstand Wolfgang Beckermann gab die Entscheidung bekannt. Foto: Gert WestdörpDie Ära nach Julia Draganovic beginnt: Kuratorin Christel Schulte (links) soll das Haus für den Übergang leiten. Kulturvorstand Wolfgang Beckermann gab die Entscheidung bekannt. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Wird bald schon bekannt, wer Julia Draganovic in der Leitung der Kunsthalle Osnabrück folgen wird? Osnabrücks Kulturvorstand Wolfgang Beckermann hat eine baldige Entscheidung angekündigt. Einstweilen wird Kuratorin Christel Schulte das Ausstellungshaus für den Übergang leiten.

Am nächsten Dienstag könnte es so weit sein: Nach den Worten von Osnabrücks Kulturvorstand Wolfgang Beckermann wird dann bekannt gegeben werden, wer Julia Draganovic in der Direktion der Kunsthalle Osnabrück nachfolgt. Am heutigen Freitag spricht die Stadt mit 38 Bewerberinnen und Bewerbern, am Dienstag wird die wichtige Kulturpersonalie im Verwaltungsausschuss beraten werden. „Wir wollen vor der Sommerpause eine Lösung finden“, machte Beckermann die Dringlichkeit klar.  Hier weiterlesen: Wehmütiger Abschied von Julia Draganovic im Friedenssaal.

Für den Übergang

Einstweilen steht fest, dass Christel Schulte, Kuratorin für Publikumsteilhabe und Lernen an der Kunsthalle, das Ausstellungshaus ab dem 1. Juli für eine Übergangszeit leiten wird. Nach ihren Worten wird das Ausstellungsprogramm wie geplant in diesem Jahr weitergehen. Neu aber ist, dass internationale Kuratoren Christel Schulte bei den kommenden Projekten helfen werden. Dabei kommen Namen ins Spiel, die dem Haus bereits verbunden sind. Christian Oxenius hatte den Cannakale Art Walk mit kuratiert, und Jan Tichy war mit einer eigenen Ausstellung in Osnabrück vertreten.

Mit Handabdrücken

Nach den Worten von Christel Schulte sollen beide Kuratoren jetzt wieder das Programm mitgestalten. Oxenius und Tichy werden als Kuratoren wirken, wenn es darum geht, die Ausstellung „Crossing Lines“ zu gestalten, die vom 24. August bis zum 3. November in der Kunsthalle laufen soll. Nach den Angaben wird die Ausstellung rund um Handabdrücke des Bauhauskünstlers László Moholy-Nagy konzipiert werden. In der Ausstellung werden Werke von Heba Y. Amin, Jakob Gautel, Olaf Holzapfel, Reuven Israel, Kostis Velonis und Jan Tichy gezeigt werden.  Hier weiterlesen: Auf dem Weg nach Rom - Julia Draganovic im Interview.

Kurator aus Luxemburg

Mit Enrico Lunghi wird ein weiterer Kurator für das Osnabrücker Ausstellungshaus tätig werden. Der Ausstellungsmacher, der bis 2016 das Musée d’Art Moderne in Luxemburg-Stadt geleitet hatte, soll die Ausstellung Filip Markiewicz: Celebration Factory III leiten, die vom 29. November bis zum 2. Februar 2020 gezeigt werden soll. Lunghi war 2016 von seinem Posten zurückgetreten, nachdem er bei einem Interview mit einer RTL-Reporterin aneinandergeraten war und sich den Vorwurf der Körperverletzung gefallen lassen musste. Lunghi sah sich von einer Diffamierungskampagne betroffen. Zahlreiche Künstler und Ausstellungsmacher sprangen dem Kurator seinerzeit mit Solidaritätsadressen bei.

Sieben Minuten

Christel Schulte kündigte für das Programm der Kunsthalle noch eine weitere Neuerung an. Im Juli werde die Ausstellungspause dafür genutzt, Osnabrücker Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit zu geben, ihr Werk im dem Format „7 Minutes Studio“ der Öffentlichkeit digital zu präsentieren. Dieses Format weist auf die Tagung der internationalen Kuratorenvereinigung IKT voraus, die 2020 in Osnabrück stattfinden soll. Der Vereinigung gehören 500 Kuratorinnen und Kuratoren an. Bislang ist Julia Draganovic Präsidentin der IKT. Seit 2014 hat der Verband seine Geschäftsstelle in Osnabrück.


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