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Empfang im Friedenssaal Wehmütiger Abschied von Julia Draganovic

Applaus und Blumen für die scheidende Direktorin der Kunsthalle Osnabrück: Oberbürgermeister Wolfgang Griesert verabschiedete Julia Draganović im Friedenssaal des Rathauses.  Foto: Swaantje HehmannApplaus und Blumen für die scheidende Direktorin der Kunsthalle Osnabrück: Oberbürgermeister Wolfgang Griesert verabschiedete Julia Draganović im Friedenssaal des Rathauses. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Jetzt geht sie wirklich: Julia Draganovic, Direktorin der Kunsthalle Osnabrück, ist im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses verabschiedet worden. "Es waren Jahre einer Gemeinschaft", verwies Draganovic vor allem auf das Team ihres Ausstellungshauses.

Wehmut kann man wegsingen. "Über den Wolken", hallt es zur Verabschiedung von Julia Draganovic durch den Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses. Auf ein Zeichen stimmen alle Gäste den Song von Reinhard Mey an und mit einem Mal lösen sich Wehmut und Anspannung ein wenig. Die Direktorin der Kunsthalle Osnabrück geht nach knapp sechs Jahren. Sie hat nicht nur als Kuratorin Spuren hinterlassen, sie hat auch viele Menschen berührt und gewonnen. Genau das spürt man in diesem Augenblick. Hier weiterlesen: Rückblick auf sechs Osnabrücker Jahre - die Kunsthallendirektorin Julia Draganovic im Interview.

"Über den Wolken": Das Abschiedsständchen rührte Julia Draganovic und Gäste im Friedenssaal. Foto: Swaantje Hehmann


"Mit einem Paukenschlag"

"Ihr Nachfolger oder Ihre Nachfolgerin werden es nicht einfach haben, an Ihre Kreativität anzuknüpfen", hatte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) der scheidenden Direktorin das beste Zeugnis ausgestellt. Julia Draganovic habe die Kunsthalle "mit einem Paukenschlag" in eine neue Ära geführt. Griesert erinnerte an Ausstellungen und Projekte, mit denen Julia Draganovic das Kunstgeschehen ganz neu akzentuiert und die Kunsthalle überregional ganz neu bekannt gemacht und vernetzt habe. Die vier blauen Kreise von Felice Varini am Marktplatz, das Kunstwerk "Public Square" von Michael Johansson im Heger Tor - mit solchen Werken werde Julia Draganovic nachhaltig in Erinnerung bleiben.

Vier blaue Kreise

Gerade mit Varinis blauen Kreisen, die in der Osnabrücker City zum beliebten Selfie-Motiv avancierten, hatte Julia Draganovic beim Publikum einen echten Coup gelandet. "Aber nicht einmal das Werk Varinis hat jeder gemocht", erinnerte die Kuratorin daran, dass ihr Programm auch auf Widerstände traf. "Mut steht im Zentrum der Arbeit der Kunsthalle", machte Julia Draganovic noch einmal klar und bekannte sich dazu, mit Kunst auch Aufschrecken zu wollen. "Um das Neue zu entdecken, braucht es auch ein Aufschrecken", sagte sie. Die Kunsthalle sei jetzt bestens vernetzt und international neu positioniert. Das sei aber nicht nur ihr selbst, sondern gerade auch ihrem Team zu verdanken. "Es waren Jahre einer Gemeinschaft", lobte Julia Draganovic ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verwies dabei insbesondere auch auf Christel Schulte, Kuratorin für Publikumsteilhabe und Lernen.

Zum Abschied zog Julia Draganovic die Bilanz ihrer Osnabrücker Jahre. Foto: Swaantje Hehmann


Blumen verteilt

"Schweren Herzens müssen wir Sie gehen lassen", brachte Wolfgang Griesert die Stimmung im Friedenssaal auf den Punkt. Und Julia Draganovic? Die Direktorin kuratierte in gewisser Weise die Situation, indem sie Blumen an ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verteilte, Blumen im Topf, die an vielen Stellen weiter wachsen und gedeihen können. Ein Zeichen für kreative Impulse, die auch nach einem Abschied fortwirken? Die Gäste im Friedenssaal sangen "Über den Wolken", das Lied von Reinhard Mey, im Chor. Wie gesagt: Wehmut kann man wegsingen.

Das Buch zum Anlass: Die Freunde der Kunsthalle haben zu der Ära von Julia Draganovic die Publikation "Kunsthalle Osnabrück 2014 - 2019" vorgelegt. Das Fotobuch ist zum Preis von 15 Euro in der Kunsthalle Osnabrück zu erwerben.


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