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Neu im Kino „Men in Black: International“ - was taugen Hemsworth und Thompson?

Men in Black: International: Tessa Thompson und Chris Hemsworth übernehmen die Hauptrollen von Smith und Jones. Foto: Sony PicturesMen in Black: International: Tessa Thompson und Chris Hemsworth übernehmen die Hauptrollen von Smith und Jones. Foto: Sony Pictures

Berlin. Auch ohne Will Smith und Tommy Lee Jones ein Spaß: „Men in Black: International“ mit Chris Hemsworth und Tessa Thompson.

Schon in drei Filmen mussten die Men in Black Alien-Invasionen abwehren. Nach jeder Attacke haben sie ihr „Blitzdings“ gezückt und die Erinnerung sämtlicher Augenzeugen gelöscht. Wie ist es eigentlich möglich, dass nie einer im entscheidenden Augenblick wegguckt und danach mit dem Wissen um außerirdische Lebensformen durch die Welt läuft?  



Wovon handelt „Men in Black: International“?

Der vierte Teil der Reihe füllt diese Plausibilitätslücke: Vor 20 Jahren hat Molly vom Kinderzimmer aus gesehen, wie ihre Eltern von den Men in Black behandelt wurden. Sie selbst hat ihr Gedächtnis behalten und will seitdem nichts so sehr als selbst eine Alien-Jägerin zu werden. Über einen Trick gerät sie ins MiB-Hauptquartier, wird rekrutiert und als Agent M auf einen Maulwurf in der Londoner Abteilung angesetzt – gemeinsam mit Agent H, einem intergalaktischen Kriegs- und Frauenhelden.

Die Neuen: Hemsworth und Thompson

Gespielt werden die beiden von Tessa Thompson und Chris Hemsworth. Zum ersten Mal wagen die Men in Black sich also ohne Will Smith und Tommy Lee Jones auf die Leinwand. Dass die Top-Stars fehlen, wird unausgesprochen vorausgesetzt. Umso heftiger diskutiert das Drehbuch dafür, dass zum Ersatzteam auch eine Frau gehört. Beim Bemühen um mehr weibliche Hauptrollen steckt Hollywood offenbar gerade in der Phase, wo die Branche sich für jede Heldin wortreich auf die Schulter klopft.

Gender-Trouble in Hollywood

Umgesetzt ist das Thema immerhin mit dem lässigen Humor, den man von der Reihe erwarten darf. Die MiB-Chefin Agent O (Emma Thompson) verzieht das Gesicht über ihre Organisation – die von einer Frau geleitet wird und trotzdem die Männer im Namen trägt. Und als Agent M sprichwörtlich das Steuer an sich reißen will, indem sie wenigstens den Einsatzwagen selbst lenkt, vergisst sie Londons Linksverkehr und steigt auf der Beifahrerseite ein.

Den lustigsten Gender-Twist legt allerdings Chris Hemsworth hin: Die Qualifikation seines Agenten besteht vor allem in einem so verführerischen Auftritt, dass Gegnerinnen jedweder Spezies ihn am Leben lassen, solange er mit ihnen ins Bett geht. Nach „Ghostbusters“ (2016) brilliert Hemsworth schon zum zweiten Mal als schlichter Appetithappen – und macht damit ausgerechnet ein Klischee zur Paraderolle, in seine weiblichen Kolleginnen über Jahrzehnte verschwunden sind.

Der Bart lebt

Nach drei Filmen von Barry Sonnenfeld übernimmt zum ersten Mal F. Gary Gray („Straight Outta Compton“) die Regie – was an den zentralen Zutaten der Reihe nichts ändert: Wieder führt die Jagd nach einem wertvollen Artefakt durch einen heiteren Fantasie-Zoo; für schöne Überraschungseffekte sorgen gezahnte Schuhe, ein lebendiger Bart und ein devoter Alien-Zwerg, der auf halber Strecke als Sidekick zum Team stößt. Als Gegenspieler wurden Les Twins engagiert, zwei französische Hip-Hop-Stars, die sich schon im Erstberuf wie Außerirdische bewegen. Erstaunlicherweise verordnet Gray ihnen eine stoische Reglosigkeit, die sie nur in einer Club-Szene ablegen – als wären die eiskalten Killer nur deshalb auf die Erde gereist, um mal richtig abzutanzen. Ulkig, aber auch völlig egal – in einem Film, der vielleicht nicht lang nachwirkt, aber zwei launige Sommerstunden lang wirklich Spaß macht.

„Men in Black: International“. USA 2019. R: F. Gary Gray, D: Tessa Thompson, Chris Hemsworth, Liam Neeson, Emma Thompson. FSK ab 12 Jahren, 115 Minuten. Filmstart: 13. Juni 2019.

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