FSK 18: „John Wick 3“ Lesen tötet: Keanu Reeves schießt wieder

Neo-Noir-Action: Keanu Reeves "John Wick 3" ist erst ab 18 Jahren. Foto: ConcordeNeo-Noir-Action: Keanu Reeves "John Wick 3" ist erst ab 18 Jahren. Foto: Concorde

Berlin. In „John Wick 3“ kämpft John Wick gegen alle Killer der Welt – in virtuoser Action, die Jugendliche nicht sehen dürfen.

In zwei Filmen hat der Auftragsmörder John Wick die Regeln seines Verbrechersyndikats gebrochen. Im dritten wird ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt – sodass er nun gegen alle Killer der Welt kämpfen muss. Mehr passiert nicht. Regisseur Chad Stahelski erzählt in „John Wick: Kapitel 3“ im Grunde überhaupt nichts – aber das virtuos. 


Lesen tötet: „John Wick – Kapitel 3“

Schon die erste Kampfsequenz ist spektakulär: In der New Yorker Bibliothek steht John Wick einem Gegner unbewaffnet gegenüber – und tötet ihn mit nichts als den antiquarischen Bänden des Lesesaals. Kurz darauf, man begreift nicht recht wie, gerät Wick aus einer historischen Waffensammlung in innerstädtische Stallungen. Hier lassen die Kontrahenten die dekorativen Messer aus den Vitrinen fliegen. Dort haut Wick Zuchthengsten auf die Flanken, bis sie seine Verfolger mit den Hinterläufen zu Brei treten.

Einfallsreichtum und Virtuosität dieser Choreografien sind, man muss es zugeben, atemberaubend. Die „John Wick“-Filme sind der feuchte Traum von Stuntmans, und das im Wortsinn: Vor fünf Jahren wurde die Reihe von Chad Stahelski und David Leitch entwickelt – die bei den „Matrix“-Filmen noch als Stuntdoubles ihres Hauptdarstellers Keanu Reeves arbeiteten. Die Produktion hat sie zu Stars gemacht: Leitch hat mit „Deadpool 2“ seinen ersten Big-Budget-Blockbuster realisiert. Auch mit „John Wick“ geht es weiter– in einem vierten Teil, einem Spin-off sowie einer Serie.

Mit Stars wie Halle Berry und Anjelica Huston inszeniert „Kapitel 3“ einen Neo-Noir-Thriller – an stilisierten Schauplätzen, die mit der sprunghaften Logik von Computerspielen wechseln. Eins haben alle gemeinsam: Getötet wird an Orten der Hochkultur, in Büchereien, Museen, Balletthäusern. So wie die Verbrecherorganisation sich über Regeln und Rituale definiert, wird auch das Töten zur Kulturtechnik – wie drastisch die Bilder auch sind, bei denen Augen ausgestochen oder Messer Zentimeter für Zentimeter in Köpfe geschlagen werden.

FSK 18: „John Wick“ ist nicht jugendfrei

Die FSK gibt „John Wick 3“ erst ab 18 frei. Das ist nicht nur wegen der Grausamkeit der Figuren plausibel, sondern vor allem wegen der Grundfantasie: Dutzende lassen ihr Leben, und doch ist die Gewalt für den Helden kontrollierbar. Im Syndikat wird nach Stechuhr gemordet. Bei John Wick sitzt jeder Schuss. Selbst Tiere – Halle Berrys auf Hodenbisse abgerichtete Hunde zum Beispiel – sind Präzisionswaffen. Und auch die Selbstbeherrschung der Protagonisten ist vollkommen – ob sie sich nun die Finger abtrennen oder gefoltert werden. Das Chaos beherrschbar: Mit dieser Idee treibt „John Wick“ nicht nur den Schauwert auf die Spitze, sondern auch den Zynismus.

„John Wick: Kapitel 3“. USA 2019. R: Chad Stahelski. D: Keanu Reeves, Ian McShane, Halle Berry, Laurence Fishburne, Anjelica Huston. 131 Minuten. FSK ab 18 - keine Jugendfreigabe. "John Wick 3" startet am 23. Mai 2019.

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