Nicht beim Alter schummeln The Hollies und Jethro Tull in der Emslandarena in Lingen

Alt, aber immer noch gut: Jethro Tull kommt am 10. April nach Lingen. Vier Tage vorher sind The Hollies dort. Foto: Travis LatamAlt, aber immer noch gut: Jethro Tull kommt am 10. April nach Lingen. Vier Tage vorher sind The Hollies dort. Foto: Travis Latam
Travis Latam

Lingen. Bei jungen Menschen werden die Namen The Hollies und Jethro Tull möglicherweise Achselzucken auslösen; bei älteren Semestern eventuell Jubelstürme. Beide Bands beehren die Emslandarena innerhalb kurzer Zeit. Am Samstag, 6. April, sind The Hollies zu Gast und am Mittwoch, 10 April, Jethro Tull.

Im Pressetext und in der Ankündigung der Emslandarena steht geschrieben, dass The Hollies in diesem Jahr „ihr 50-jähriges Jubiläum seit dem Erscheinen ihres Debütalbums mit einer Welttournee“ feiern. Aber da haben sich die Schreiber entweder um fünf Jahre verrechnet oder die Ankündigung ist nicht mehr aktuell. Das erste Album der Hollies, das „Stay with The Hollies“ betitelt war, erschien 1964. So steht es auf der Website der Hollies und auf Wikipedia.

Das bislang letzte Album der Hollies erschien im Oktober 2018. Es heißt „Live at the BBC“ und enthält Stücke vor allem aus der Anfangszeit der Gruppe. Aber auch der große Hit „He Ain‘t Heavy He‘s My Brother“ aus dem Jahr 1969 ist enthalten. Auf der vermeintlichen Jubiläums-Tournee ist neben Sänger und Gitarrist Tony Hicks auch Schlagzeuger Bobby Elliott dabei, die der Band seit 1963 angehören. Das „verdamp lang her“, um es mal mit BAP zu sagen.

Fünf Jahre nach den Hollies gründeten sich Jethro Tull. Die Band um Sänger und Flötist Ian Anderson schwamm in ganz anderen Gefilden. Sie erlebte beim Sunbury Jazzfestival im Sommer 1968 ihren Durchbruch, aber ihr Stil konnte nie genau definiert werden. Die einen sagten Blues, die anderen Progressive Rock, wieder andere meinten Folk. Wahrscheinlich ist genau dies das auffälligste Merkmal von Jethro Tull: Dass sie sich nicht auf einen Stil festlegen lässt. 2005 erhielten folgerichtig Ian Anderson und Gitarrist Martin Barre eine Auszeichnung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens der italienischsprachigen Schweiz zur Ehrung ihrer „meisterhaften Verschmelzung von Stilen und Werten traditioneller Musik mit zeitgenössischem Rock“.

Auch der Pressetext beziehungsweise die Ankündigung der Emslandarena für Jethro Tull möchte ein 50-jähriges Jubiläum herbeizaubern. Der Text bezieht sich auf den ersten Auftritt der Band am 2. Februar 1968. Das ist aber schon über 51 Jahre her. Es erscheint unwahrscheinlich, dass die Herren von Jethro Tull über ein Jahr feiern können. Ian Anderson wurde im August 1947 geboren.

Gleichwohl sind Anderson und seine Mitstreiter trotz des Alters noch in der Lage exzellente Musik zu spielen. Dasselbe gilt auch für die Hollies.

The Hollies und Jethro Tull, Emslandarena, Lingen, Sa., 6. 4., und Mi., 10. 4., je 20 Uhr, Eintritt: 49,30 bis 88,90 Euro (Hollies) und 61,20 bis 77,70 Euro (Jethro Tull). Karten erhältlich unter www.deinticket.de.


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