West-östlicher Esoterik-Diwan "Die Blüte des Einklangs" bietet filmischen Mumpitz

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Tomo (Masatoshi Nagase) und Jeanne (Juliette Binoche) als Paar, das in Japan sein Glück in den Wäldern findet. Foto: Neue VisionenTomo (Masatoshi Nagase) und Jeanne (Juliette Binoche) als Paar, das in Japan sein Glück in den Wäldern findet. Foto: Neue Visionen

Osnabrück. Ein esoterisches Märchen: In "Die Blüte des Einklangs" sucht Juliette Binoche in Japan nach einer mythischen Pflanze.

Sonnenlicht bricht sich durch die Baumwipfel auf den mit Tau belegten Waldboden. Nur gelegentlich wird die Stille unterbrochen. Etwa, wenn ein Tier durch das Laub raschelt. 

Oder der Einsiedler Tomo (Masatoshi Nagase, "Paterson") mit seinem Hund durch diese Idylle streift.  Er gab vor 20 Jahren sein früheres Leben auf, um in der unberührten Gegend in Japan Ruhe zu finden. Das moderne Leben hatte ihn, wie er es beschreibt, "erschöpft". Seine Aufgabe sieht er seitdem darin, "den Berg zu schützen".

Eine sagenumwobene Pflanze

In diese Idylle zieht es auch die Französin Jeanne (Juliette Binoche, derzeit Berlinale-Jurypräsidentin). Sie ist auf der Suche nach einer seltenen Pflanze namens "Vision". Die soll einer Sage nach nur alle 997 Jahre blühen, den Menschen aber von all seinen Leiden und Ängsten befreien.  

Auf der Suche nach dieser mythischen Blume lernt Jeanne nicht nur Tomo , sondern auch die alte Kräutersammlerin Aki (Mari Natsuki) kennen. Eines Tages jedoch verschwindet diese wie "eine Pilzspore im Wind". Ist sie der Schlüssel zum Geheimnis von "Vision"?

Bedeutungsschwangerer Titel

Nebel, Mystik, dazu obskure Heilsversprechen: Der Titel „Die Blüte des Einklangs“ klingt nicht nur bedeutungsschwanger, er ist es auch. Denn  Regisseurin und Autorin  Naomi Kawase („Still the Water“) versucht hier anhand mittels spiritueller Natur"weisheiten" introspektive Gefühlswelten zu erkunden - und scheitert damit weitgehend.

Was am Ende bleibt, sind die atemberaubend schön fotografierten Aufnahmen von Wäldern: Mal mit buntem Herbstlaub an den knorrigen Stämmen, dann mit moosbedeckten Ästen und Zweigen. 

Schade nur, dass man da vor lauter Bäumen die Handlung nicht mehr sieht. Die ist, wie der Wind in den Wipfeln, ziemlich verblasen.

Oscarpreisträgerin wirkt fehl am Platz

Selbst ein Star wie Juliette Binoche wirkt da wie ein Fremdkörper. Ihre Präsenz bleibt überflüssig und arg konstruiert. Soll sie etwa den materialistischen Westen repräsentieren, um am Ende geläutert zu werden? Klar wird da nicht, Aber es würde nur zu gut zu den übrigen banalen Klischees des Films passen.

Ein hölzerner Film für Hardcore-Esoteriker, Tree-Hugger und Baumflüsterer.

Die Blüte des Einklangs. Japan, F 2018. R: Naomi Kawase. D: Juliette Binoche, Masatoshi Nagase, Takanori Iwata. 110 Min. Keine Altersbeschränkung.



„Die Blüte des Einklangs“. J/F 2018. R.: Naomi Kawase. D.: Juiette Binoche, Masatoshi Nagase, Mari Natsuki. 109 Minuten. FSK: ab 0.

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