Regisseur von "Der Goldene Handschuh" "Frauen sollten meinen Film nicht sehen": Fatih Akin irritiert mit Aussage

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Rät Frauen davon ab, in seinen aktuellen Film zu gehen: Fatih Akin. Foto: dpa/Christoph SoederRät Frauen davon ab, in seinen aktuellen Film zu gehen: Fatih Akin. Foto: dpa/Christoph Soeder

Hamburg/Berlin. Der Hamburger Regisseur Fatih Akin hat mit einer Aussage in einem Interview über sein aktuelles Werk "Der Goldene Handschuh" für Aufsehen gesorgt. In den sozialen Netzwerken erntet er Kritik.

"Am Rande dessen, was Menschen ertragen können" schreibt der "Spiegel", "fast unerträglich" die "Frankfurter Allgemeine", als ein "bestialisches Dachkammerspiel" bezeichnet es die "Berliner Zeitung". 

Gewalt und Brutalität stehen in Fatih Akins neuem Film im Mittelpunkt. "Der Goldene Handschuh", der am Samstagabend auf der Berlinale uraufgeführt wurde, erzählt die Geschichte des Serienmörders Fritz Honka, der in den 70er Jahren mehrere Frauen umgebracht und zerstückelt hat. Die Leichenteile versteckte er in seiner Dachgeschosswohnung im Hamburger Stadtteil Ottensen. 


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In einem Interview mit dem "Spiegel" sagt Akin nun, dass er die Zuschauer mit dem Film bewusst erschrecken wollte: "Ich hoffe, dass mein Film die Leute erschüttert, vor allem die Männer. Frauen sollen den Film am besten gar nicht gucken. Männer sollen ihn sich ansehen! Ich glaube, indem ich Männern wirklich zeige, wie traurig, wie gemein und wie hässlich Gewalt gegen Frauen ist, bringe ich sie zum Nachdenken." Ähnlich äußert er sich in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung

"Was soll diese Verallgemeinerung?"

Vor allem in den sozialen Medien stößt diese Aussage auf Kritik. "Frauen können auch an einem Film interessiert sein, der einen spektakulären Fall der deutschen Kriminalgeschichte zum Thema hat", schreibt eine Twitter-Nutzerin. "Was soll diese Verallgemeinerung, dass Frauen geschont werden müssen, wenn es mal absonderlich wird? Ob ich was schauen will entscheide ich und kein anderer!"

Die Unterstellung, dass man Männern das zeigen müsste, sei ebenfalls ein Sexismus, "der seinesgleichen sucht", schreibt ein anderer Twitter-Nutzer.

Mal einen Film zu machen, in dem Frauen Morden, schlägt Akin dieser Twitter-Nutzer vor:

Ein weiterer fragt sich, ob man nicht einfach einen Film zeigen und das Denken den Zuschauern überlassen könne. 

Und dieser kann sich nach Akins Aussage offenbar nur an den Kopf fassen: 

Warum er die Gewalt so explizit zeige, hat Akin auch im Interview mit dem ZDF-Morgenmagazin gesagt: Sie solle abschrecken. "Man sieht so viel Gewalt im Film, im Kino, und es ist überhaupt nicht mehr abschreckend. Gewalt ist nur noch zur Karikatur verkommen." Er habe gedacht, wenn man einen Film über einen Serienmörder mache, in dem Gewalt das Thema ist, müsse man sie auch so darstellen, "dass sie einem Angst macht, dass sie einen verstört." 


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