Ausstellung "Mythos Karl May" Was sagt die Wissenschaft zu Winnetou und Old Shatterhand?

Dramatische Szene aus dem Wilden Westen: Zur Ausstellung "Mythos Karl May" bietet das Osnabrücker Museumsquartier ein Rahmenprogramm mit ganz eigenem Spannungsbogen. Foto: Gert WestdörpDramatische Szene aus dem Wilden Westen: Zur Ausstellung "Mythos Karl May" bietet das Osnabrücker Museumsquartier ein Rahmenprogramm mit ganz eigenem Spannungsbogen. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. "Mythos Karl May": Unter diesem Titel präsentiert das Osnabrücker Museumsquartier seine große Karl May-Ausstellung. Das Begleitprogramm bietet viel Information zum Autor und seinen Erzählungen aus dem Wilden Westen. Von Filmabend bis Fachvortrag: Hier der Überblick über eine aufmerksam gemachte Veranstaltungsreihe.

Ist es nun Karl May oder nicht doch Hermann Hesse? Wenn es um den Titel des meistgelesenen Schriftstellers deutscher Sprache geht, streiten nicht nur die Gelehrten. Bernhard Schmid, Chef des Bamberger Karl-May-Verlages, beansprucht den Superlativ natürlich für den Erfinder von Winnetou und Old Shatterhand. Er kann auch nichts anders. Aber auch ohne den Verweis auf Rekordzahlen bleibt spannend, was der Verleger von den berühmten Büchern Karl Mays zu erzählen weiß. Am Mittwoch, 6. Februar 2019, berichtet er ab 18 Uhr im Akzisehaus von seinem Verlag - und natürlich von Karl May. Hier weiterlesen: Der erste Pop Star - wie Karl May als Vorläufer der Postmoderne gesehen wird.

Mehrere Filmabende

Zum Begleitprogramm der Ausstellung gehören auch Filmabende. Am Freitag, 22. Februar, laufen von 18 bis 22 Uhr im Museumsquartier mit "Winnetou I" und "Old Shatterhand" zwei Kinoklassiker der sechziger Jahre. Andreas Brenne von der Universität Osnabrück und Willi Stroband führen durch den Abend, der allen Fans ein Wiedersehen mit Lex Barker als Old Shatterhand und Pierre Brice als Winnetou bietet. Aber wie sind die Wild-West-Geschichten Karl Mays aus indianischer Sicht zu sehen? Dokumentarfilmer Red Haircrow zeigt am Freitag, 26. Februar, ab 18 Uhr den Film "Forget Winnetou!" und nimmt kritisch zu kulturellen Stereotypen in den Werken Karl Mays Stellung. Die aktuellste May-Verfilmung kann übrigens am 24. Mai noch einmal erlebt werden. Dann läuft im Museum ab 18 Uhr "Winnetou - der Mythos lebt".

Was sagt die Wissenschaft?

Aber wie lässt sich das Werk Karl Mays aus heutiger Sicht neu verstehen? Die Ausstellungsmacher haben mehrere Experten eingeladen, die zu verschiedenen Aspekten der vermeintlich simplen Abenteuergeschichten Mays referieren. Am Mittwoch, 20. Februar, spricht der Literaturdidaktiker Ulf Abraham von der Universität Bamberg ab 18 Uhr zu den Bildräumen und Raumbildern in den Büchern Karl Mays. Dabei geht es vor allem um die symbolischen Bedeutungen der Räume, die Karl May schildert. Helmut Schmiedt von der der Universität Koblenz fragt am Mittwoch, 27. Februar, ab 18 Uhr nach der Freundschaft von Winnetou und Old Shatterhand, bevor Literaturwissenschaftler Volker Neuhaus am 3. April zur gleichen Zeit Karl May als Schöpfer des Mythos von Old Shatterhand interpretiert und dabei die Gestalten Karl Mays mit Conan Doyles Meisterdetektiv Sherlock Holmes vergleicht. Hier weiterlesen: "Mythos Karl May" - so gut ist die Osnabrücker Ausstellung.

Indianeranzug im Depot

Was Osnabrück mit dem Wilden Westen zu tun hat, erläutert Ralf Langer bei einem Stadtgespräch am Mittwoch, 15. Mai, ab 16.30 Uhr. Dann geht es um den mit Perlen bestickten Anzug eines Indianers aus der Zeit um 1840, der in der Ausstellung zu sehen ist. Der Osnabrücker Kaufmann Flohr schenkte das seltene Stück 1881 dem Museum. Er hatte es um 1845 in den USA erworben. Die Veranstaltung klärt über die Geschichte dieses seltenen Museumsexponates auf. 

Zu Informationen zur Ausstellung "Mythos Karl May" und zum kompletten Begleitprogramm geht es hier.



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