Tierabenteuer mit Botschaft Gut gebrüllt, weißer Löwe!

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Mia (Daniah de Villiers) und ihr bester Freund der weiße Löwe CharlieMia (Daniah de Villiers) und ihr bester Freund der weiße Löwe Charlie

Osnabrück. "Mia und der weiße Löwe" bietet spannende und ökologisch korrekte Unterhaltung. Und komme ohne CGI-Effekte aus.

Mia hat schlechte Laune. Mit ihrem englischen Vater und ihrer französischen Mutter musste die Zehnjährige von London aus auf eine Tierfarm in Südafrika zu ziehen. Doch das neue Leben gefällt ihr nicht. Bis sie Charlie kennen lernt, ein weißes Löwenbaby. Mia blüht endlich auf, wächst parallel zum Löwen heran, der schließlich eine stattliche Größe erlangt hat. Doch wird die Wildkatze zu gefährlich für Mia? Die Eltern machen sich Sorgen: Brechen die Instinkte, die in Charlie schlummern, heraus und werden zur Gefahr?

Als der unter finanziellen Druck stehender Vater Charlie als Jagdtrophäe verkauft, will Mia ihren alten Freund helfen. Sie fliehen. Gemeinsam machen sie sich zu einem Reservat auf, werden dabei aber nicht nur von einem Jäger, sondern auch von der Polizei verfolgt. Und die hat einen Schießbefehl für Charlie.

Spannend ist nicht nur die Story, sondern auch die Entstehungsweise des Films. Denn um die Sicherheit der Mia-Darstellerin Daniah de Villiers gewährleisten zu können, ließen der frühere Dokumentarfilmregisseur Gilles de Maistre sowie der Tierbändiger Kevin Richardson das Mädchen mit echten Löwen aufwachsen. Nur so ließ sich eine Vertrautheit zwischen Mensch und Tier herstellen, konnte die Gefahr für die Hauptdarstellerin minimiert werden. Denn die Vertrautheit mit den Wildtieren lässt sich nur mit dem regelmäßigen, jahrelangen Kontakt herstellen. Weshalb an dem Film auch etwa drei Jahre in verschiedenen Etappen gedreht werden musste. Das Ergebnis ist bestechend. Ohne Computereffekte wirken die Szenen mit den Wildtieren sehr authentisch, wie zuletzt etwa in „Roar“ (1981) oder „Zwei Brüder“ (2004).

Schön auch, dass sich „Mia und der weiße Löwe“ vom Disney- Kitsch und TV-Serien wie „Daktari“  oder "Kimba, der weiße Löwe" abweicht. Denn dass die Heldin zum Beuteschema von Charlie passt, macht nicht nur einen Teil der Spannung aus, sondern „entmenschlicht“ auch die Kreaturen.

Zum Ende hin wird die Botschaft, dass wilde Tiere in die Wildnis gehören, vielleicht etwas sehr dick aufgetragen, doch die Aussage und die etwas schematischen Konflikte gestalten sich für die Zielgruppe junger Schüler durchaus spannend.

 Ein wahrhaft "natürlicher" Film. Gut gebrüllt, weißer Löwe!


„Mia und der weiße Löwe“. F/Südafrika/D 2018. R.: Gilles de Maistre. D.: Daniah de Villiers, Mélanie Laurent, Langley Kirkwood. 98 Minuten. FSK: ab 6.

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