60 Jahre "Unser Sandmännchen" Pittiplatsch und Schnatterinchen – zurück im TV und auf der Bühne

Seit 1959 begeisterten Pittiplatsch, Schnatterinchen und Moppi die jungen Fernsehzuschauer – jetzt kommen sie zurück. Foto: rbb media GmbH/Gerd FischSeit 1959 begeisterten Pittiplatsch, Schnatterinchen und Moppi die jungen Fernsehzuschauer – jetzt kommen sie zurück. Foto: rbb media GmbH/Gerd Fisch 

Berlin. Zum 60. Geburtstag der Kinderfernsehsendung "Unser Sandmännchen" kommen auch ein paar alte Bekannte zurück: Erstmals seit 1991 werden neue Folgen mit Pittiplatsch, Schnatterinchen und Moppi produziert. Außerdem gibt es eine Tour.

Sie waren die Stars des DDR-Kinderfernsehens: Pittiplatsch, Schnatterinchen und Moppi. Von 1959 bis 1991 begeisterten sie mit ihren Streichen die jungen Fernsehzuschauer, ab 1959 auch als Teil der Sendung "Unser Sandmännchen". Seitdem laufen alte Wiederholungen. 

Zum 60. Geburtstag des Sandmännchens kommen sie nun aber mit neuen Abenteuern zurück: Ins Fernsehen – und weiterhin auf die Bühne. "Solange es Pitti gibt, gibt es schon das Puppenspieler-Ensemble und Tourneeprogramme", erzählt Mario Behnke, der das Ensemble seit dem Mauerfall managt und oft auch Auftritte im Westen Deutschlands bucht. Im Publikum seien dort oft Erwachsene, die aus der DDR stammen – oder Bürger, die im Westen das DDR-Fernsehen geschaut haben.

Die Puppen konnten nach der Wende gerettet werden

Herz der Truppe war lange der Puppenspieler und -bauer Heinz Schröder, der unter anderem Pitti und Herrn Fuchs seine markante Stimme verlieh. Bis kurz vor seinem Tod 2009 stand er auf der Bühne. "Das Schöne war, dass wir politisch nicht eingeengt waren", sagte Schröder 2008 mit Blick auf DDR-Zeiten. "Man konnte ja einem Fuchs schlecht ein Pionierhalstuch umbinden oder einem Kobold ein Abzeichen für gutes Wissen."

Mit Schröders Tod verschwand nicht nur Pittis Original-Stimme, sondern auch der einzige Satz Puppen – mit Ausnahme der Ente Schnatterinchen. "Er hatte extra für mich noch eines gebaut", berichtet Puppenspielerin Bärbel Möllendorf. Die 80-Jährige ist zusammen mit Barbara Augustin (79) eine der beiden Schnatterinchen-Stimmen. Beide Frauen arbeiteten einst im DDR-Kinderfernsehen, Möllendorf seit ihrem 18. Lebensjahr.

Auf den Mauerfall folgte 1991 das Ende des Deutschen Fernsehfunks als Nachfolger des DDR-Fernsehens. "Wir mussten alle gehen und wir haben gerettet, was zu retten ist. Auch die Puppen", sagt Möllendorf. Und Heinz Schröder habe gesagt: "Wir machen weiter." Dann habe sie gelernt, das Schnatterinchen zu sprechen. Nach Schröders Tod wurden in Dresden neue Puppen für das Ensemble hergestellt. Jede Figur gibt es nur einmal.

Ab November wieder im Fernsehen

Doch neben der Tour "Pittiplatsch und seine Freunde", mit der die Puppen am 16. November ins sächsische Wurzen und am 22. Dezember nach Pulsnitz kommen, wurden erstmals seit 28 Jahren auch 13 neue TV-Folgen produziert, in denen der Kobold Pittiplatsch und seine Freunde wieder gemeinsam zu sehen sind. 

Seit 1991 wurden keine neuen Folgen des Klassikers "Pittiplatsch" produziert.

Das gesamte Jahr hindurch wird auf den Geburtstag von "Unser Sandmännchen" am 22. November mit einem besonderen Programm hingeführt. Neben dem Drachen "Kalle Kuchenzahn" und den "Moffels" gibt es ab November die neuen Folgen "Pittiplatsch". Ausführende Produktionsfirma ist die Trikk 17-Animationsraum, federführend der rbb in Kooperation mit MDR und NDR.

Unser Sandmännchen ist die älteste Kinderfernsehsendung

Mit 60 Jahren ist "Unser Sandmännchen" die älteste Kindersendung im deutschen Fernsehen, die bis heute produziert wird. Regisseur, Autor, Puppen- und Szenenbildner Gerhard Behrendt gestaltete die Figur, die auf dem literarischen Sandmann basiert, im Auftrag des Deutschen Fernsehfunks (DFF). 

Bis heute wird die Sendung jeden Abend von mehr als einer Million Fernsehzuschauer verfolgt. Zu sehen ist sie täglich ab 18.50 Uhr im Kika, montags bis samstags ab 17.55 Uhr, sonntags ab 17.50 Uhr im rbb-Fernsehen sowie montags bis samstags ab 18.54 Uhr und sonntags ab 18.52 Uhr im MDR. Online abrufbar gibt es die Folgen zudem unter www.sandmann.de.


(mit dpa)


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