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10.01.2019, 18:55 Uhr KOMMENTAR

Elbphilharmonie: Investieren Sie in Kultur!

Von Ralf Döring


Hamburgs neues Wahrzeichen: Golden spiegelt sich die Sonne in Hamburg in den Scheiben der Elbphilharmonie. Foto: Axel Heimken/dpaHamburgs neues Wahrzeichen: Golden spiegelt sich die Sonne in Hamburg in den Scheiben der Elbphilharmonie. Foto: Axel Heimken/dpa

Einst ein Ärgernis, sollte die Elbphilharmonie längst neu verstanden werden: Als Beispiel für lohnende Investitionen in Kultur. Ein Kommentar.

Lange Jahre war die Elbphilharmonie in unheilvollem Schulterschluss mit dem Berliner Flughafen und Stuttgart 21 ein Symbol für Missmanagement auf allen Ebenen und für ein schwarzes Loch, das Millionen um Millionen an Euro verschluckte. Nun läuft seit zwei Jahren der Betrieb in dem neuen Konzerthaus, und da wird es Zeit, dass sich in der öffentlichen Wahrnehmung die Umdeutung etabliert: Auch wenn vieles schiefgelaufen ist, steht die Elbphilharmonie für die mutige wie lohnende Investition in Kultur.

Von wegen Krise der klassischen Musik: Mit einer Auslastung von fast 100 Prozent liefert die Elbphilharmonie den Beweis, wie lebendig das Genre ist. Dabei setzt das Haus keineswegs nur auf Gefälligkeiten, sondern fordert sein Publikum mit anspruchsvollen Programmen, bei der die Musik jenseits des Mainstreams und zeitgenössiche Musik eine große Rolle spielen.

Parallel dazu zeigen bis zu 16000 Menschen täglich auf der Plaza, dass die Elbphilharmonie als Sehenswürdigkeit angenommen worden ist. Das Konzerthaus auf dem Kaiserspeicher ist nicht nur zu einem architektonischen Wahrzeichen der Stadt geworden, sondern zu einem Symbol für ein neues Selbstverständnis und für einen Wandel Hamburgs hin zur Musikstadt. Es lohnt sich halt, mutig in Kultur zu investieren.


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