Aufmerksamkeit für Ureinwohner Unesco erklärt 2019 zum „Jahr der indigenen Sprachen “

Eine Eskimofrau in der für die Inuit typischen Tracht in Holman. Foto: dpaEine Eskimofrau in der für die Inuit typischen Tracht in Holman. Foto: dpa

Oaxaca. Die Vereinten Nationen haben darum 2019 zum „Jahr der indigenen Sprachen“ erklärt. Diese müssten als kulturelles Erbe der Menschheit erhalten und wieder mit neuem Leben gefüllt werden, heißt es in einer Resolution der UN-Vollversammlung vom 19. Dezember 2016.

In Indien sind es die Adivasi, in Kanada die Inuit, im Süden Mexikos die Mayas: Weltweit gibt es mindestens 370 Millionen Indigene. Sie gehören 5000 verschiedenen Kulturen an, leben in 90 Staaten und sprechen 4000 Sprachen, von denen nach Angaben der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco) 2680 vom Aussterben bedroht sind.

Die Vereinten Nationen haben darum 2019 zum „Jahr der indigenen Sprachen“ erklärt. Diese müssten als kulturelles Erbe der Menschheit erhalten und wieder mit neuem Leben gefüllt werden, heißt es in einer Resolution der UN-Vollversammlung vom 19. Dezember 2016. Die entsprechende Erklärung wurde einstimmig von allen 193 UN-Mitgliedern angenommen. Am 28. Januar wird das UN-Jahr offiziell eröffnet.

Sprachen haben zentrale Bedeutung für das Zusammenleben: Sie ermöglichen Kommunikation, Bildung sowie Entwicklung. Und sie sind die Grundlage für Identität, historisches Bewusstsein, Tradition und Erinnerung der Menschen, die sie sprechen. In indigenen Gesellschaften bilden Sprache, Land und Leben oft eine untrennbare Einheit. Sterben die individuellen Sprachen der Völker aus, gehen damit ganze Wissenssysteme verloren.

Unterdrückte Sprachen

Häufig unterdrücken Regierungen die Sprachen der Indigenen, um deren Lebensweise auszugrenzen oder die Menschen damit zu assimilieren. So zwang etwa die Sowjetregierung sibirische Kinder in Schulen, in denen ihre Sprache nicht gesprochen wurde. In Südamerika wurden ganze Völker und damit auch deren Sprache ausgerottet, weil sie dem Rohstoffabbau der Siedler im Weg standen.Technische Rettung

In manchen Ländern auf der Welt haben Ureinwohner bis in die heutige Zeit nicht das Recht, den Alltag in ihrer Sprache zu organisieren: Sie werden beispielsweise bei Behördengängen nicht respektiert und bei politischen Entscheidungen ignoriert. Viele Sprachen werden nur mündlich weitergegeben und sind damit nirgendwo schriftlich festgehalten. Auch das erhöht die Gefahr, dass sie in Zukunft verschwinden könnten.

Doch es gibt auch positive Erfahrungen mit Blick auf indigene Sprachen. So wurde etwa die langsam verschwindende Sprache der südamerikanischen Quechua-Indigenen wiederbelebt, nachdem der Internetriese Google eine Suchmaschine in Quechua entwickelt hatte und Softwarehersteller Microsoft entsprechende Word- und Office-Programme in der Sprache anbot. epd


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