Online-Kulturplattform geplant ZDF will sein Angebot an Nachrichten und Kultur noch ausbauen

Von dpa

Meine Nachrichten

Um das Thema Kultur Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

TV-Moderator Jan Böhmermann bekommt Rückenwind vom ZDF. Intendant Th. Bellut setzt weiter auf den Satiriker. Foto: Matthias Balk/dpaTV-Moderator Jan Böhmermann bekommt Rückenwind vom ZDF. Intendant Th. Bellut setzt weiter auf den Satiriker. Foto: Matthias Balk/dpa

Zum Auftrag von ARD und ZDF gehören Information, Bildung, Beratung, Kultur und Unterhaltung. Das ZDF will einen stärkeren Schwerpunkt auf Information und Kultur legen. Was geplant ist, sagt Intendant Bellut.

Das ZDF will im neuen Jahr sein Profil in Richtung Information und Kultur schärfen. „Wir werden „heute.de“ ausbauen mit mehr Bewegtbild und unser Kulturprofil im Netz klarer darstellen“, sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut im Interview der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. „Wir prüfen auch, ob wir im Hauptprogramm mehr Raum für Information bieten können. Die Zeiten erfordern das, darauf reagieren wir.“ Außerdem ist eine Online-Kulturplattform vorgesehen.

Das größere Angebot soll nach seinen Angaben über Verschiebungen im Haushalt zustande kommen. „Wir werden das im Etat erwirtschaften. Dort haben wir beispielsweise etwas mehr Luft bei den Sportrechten“, sagte Bellut.

Die Länder beraten derzeit über den Auftrag und eine Strukturoptimierung von ARD, ZDF und Deutschlandradio. Zum Auftrag der Sender gehört, mit Information, Bildung, Beratung, Kultur und Unterhaltung zur Meinungsvielfalt und Meinungsbildung beizutragen.

Der Intendant zog für 2018 eine positive Bilanz. „Die ZDF-Gruppe hat in diesem Jahr mit 20,8 Prozent Marktanteil das beste Ergebnis seit 1992“, sagte Bellut. „Wir haben den Verlust der Champions League sehr gut kompensieren können, obwohl die stärkere Hinwendung zum Netz im Markt spürbar ist.“

Marken leben nach seiner Ansicht auch in der digitalen Welt weiter: „Wir sehen das an der „heute-Show“, die im linearen Fernsehen und im Internet funktioniert“, sagte Bellut.

Der Intendant sieht das ZDF bei der Unterhaltung gut aufgestellt. „Die Privatsender haben weit mehr Showprogramme als die öffentlich-rechtlichen Sender. Das müssen wir nicht mit aller Macht toppen“, sagte Bellut. „Mit „Bares für Rares“ kommen wir in der Primetime an fünf Millionen Zuschauer heran. Und wir werden weiter Musik- und Quizsendungen zeigen, davon wird es aber nicht mehr geben.“ In der Sendung „Bares für Rares“ mit Horst Lichter wird Trödel verkauft.

Auch TV-Moderator Jan Böhmermann bekommt Rückenwind vom ZDF. Intendant Thomas Bellut setzt weiter auf den Satiriker. Er lobte zwei Shows des Satirikers, die im November und Dezember im ZDF-Hauptprogramm zu sehen waren. „„Lass Dich überwachen“ und „Böhmermanns perfekte Weihnachten“ waren Angebote, die vor allem beim jüngeren Publikum super funktioniert haben. Natürlich werden wir mit Jan Böhmermann auf dem Weg weitergehen“, sagte Bellut. „Der Appetit nach mehr ist da bei uns. Es war ein prima Jahr für Böhmermann.“ Böhmermann moderiert im Digitalsender ZDFneo das „Neo Magazin Royale“, das jeweils einen Tag später im ZDF wiederholt wird.

Die Mainzer Senderfamilie will auch ihr Angebot an Fiktion im Internet erweitern. „Mit „Bad Banks“ und „Parfum“ haben wir neue Serienformate, die in der ZDF-Mediathek überwältigende Zahlen erreicht haben“, sagte Bellut. „Wir planen im Hauptprogramm, aber auch bei ZDFneo weitere Angebote, die gezielt auf die Nutzung im Netz ausgerichtet sind.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN