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Tod im Alter von 79 Jahren Israelischer Schriftsteller und Friedensaktivist Amos Oz gestorben

Von dpa

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Der israelische Schriftsteller und Friedensaktivist Amos Oz starb mit 79 Jahren. Foto: dpa/Stephanie PilickDer israelische Schriftsteller und Friedensaktivist Amos Oz starb mit 79 Jahren. Foto: dpa/Stephanie Pilick

Jerusalem. Amos Oz ist für sein literarisches Werk weltweit bekannt. Der auch in Deutschland sehr geachtete Autor war ein politischer Mensch und galt als Galionsfigur der Friedensbewegung.

Der israelische Schriftsteller Amos Oz ist tot. Der weltbekannte Autor ("Eine Geschichte von Liebe und Finsternis") starb im Alter von 79 Jahren, wie sein Enkel Nadav Salzberger am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Tel Aviv bestätigte. Oz galt als Galionsfigur der israelischen Friedensbewegung und wurde immer wieder als Kandidat für den Literaturnobelpreis genannt.

Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin äußerte Trauer über seinen Tod und würdigte ihn als "literarischen Giganten". Rivlin sagte: "Ruhe in Frieden, unser geliebter Amos."

Tochter: Oz starb im Kreis der Familie

Die Tochter Fania Oz-Salzberger schrieb am Freitag bei Twitter: "Mein geliebter Vater, Amos Oz, ein wunderbarer Familienmensch, ein Autor, ein Mann des Friedens und der Mäßigung, ist heute nach einem kurzen Kampf mit Krebs friedlich eingeschlafen." Oz sei im Kreise seiner Familie gestorben. "Möge sein gutes Erbe weiter die Welt verbessern."

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kondolierte nach Angaben des Bundespräsidialamts der Witwe Nily Oz. "Für Amos Oz war der Kampf gegen Gewalt und Fanatismus jeder Couleur – auch im eigenen Land – zum Lebensthema geworden. Die Sehnsucht nach Frieden war sein tägliches Ringen", schrieb Steinmeier demnach in seinem Kondolenzschreiben. "Er lehnte das Entweder-Oder, Sieg oder Untergang ab und drang auf den Dialog zwischen Feinden." Oz sei "Gesicht und Stimme einer zeitgenössischen israelischen Literatur" gewesen, "die sich stets für Frieden und Aussöhnung im Nahen Osten einsetzte. Seine Stimme wird fehlen." Er selbst verliere mit Oz' Tod einen Freund.

Maas würdigt seine "klugen und mahnenden Worte"

Bundesaußenminister Heiko Maas sagte nach Angaben des Auswärtigen Amtes, mit Oz sei nicht nur ein großer Schriftsteller gestorben, "der mit seinen Geschichten auch in Deutschland unzählige Menschen fesseln konnte, sondern auch ein mutiger, unerschrockener Verfechter eines Friedens im Nahen Osten". Oz habe "uns immer wieder mit seinen klugen, mahnenden Worten zum Nachdenken gebracht und uns daran erinnert, dass der Frieden nur kommt, wenn wir dafür kämpfen". Maas sagte: "Wir werden Amos Oz sehr vermissen."

Auch das Internationale Auschwitz Komitee würdigte Oz. "Überlebende des Holocaust verneigen sich in Trauer und Dankbarkeit vor dem großen israelischen Schriftsteller Amos Oz, der in vielen seiner Bücher und Schriften auch ein präziser und wortmächtiger Chronist ihrer Verluste, Empfindungen und Erinnerungen gewesen ist", erklärte der Exekutiv Vizepräsident Christoph Heubner. "Gerade in der lauten und hasserfüllten Welt dieser Tage wird uns die kluge, differenzierende und beharrliche Stimme von Amos Oz bitter fehlen."

Mehrere in Deutschland bekannte Werke

Oz kam 1939 unter dem Namen Amos Klausner in Jerusalem als Sohn jüdischer Einwanderer aus der Ukraine zur Welt. Seine Mutter nahm sich das Leben, als er zwölf Jahre alt war. Das traumatische Erlebnis beschrieb er in seinem autobiografischen Roman "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis", der auch verfilmt wurde.

Der Vater dreier Kinder und mehrfache Großvater wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels (1992), dem Siegfried Unseld-Preis (2010) und dem Franz-Kafka-Preis (2013). 2014 erhielt er den erstmals vergebenen Siegfried-Lenz-Preis. In Deutschland war Oz sehr geachtet, er wurde mit Werken wie "Mein Michael", "Der perfekte Frieden", "Black Box", "Ein anderer Ort" und "Eine Frau erkennen" bekannt.

Die israelische Besatzungspolitik hat Oz immer wieder scharf kritisiert. Gleichzeitig betonte er Israels Recht auf Selbstverteidigung. Die Schrecken des Krieges hatte Oz am eigenen Leib erfahren: Er kämpfte in einer Panzereinheit im Sechstagekrieg 1967 und dem Jom-Kippur-Krieg 1973.


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