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Kunstjahr 2019 in der Vorschau Das Bauhaus, Leonardo da Vinci und der King of Pop

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Emblem des Tanzes am Bauhaus: Beim Eröffnungsfestival "Bauhaus 100" wird auch das "Triadische Ballett" vom BayerJuniorBallett aufgeführt werden. Foto: Wilfried HoeslEmblem des Tanzes am Bauhaus: Beim Eröffnungsfestival "Bauhaus 100" wird auch das "Triadische Ballett" vom BayerJuniorBallett aufgeführt werden. Foto: Wilfried Hoesl

Osnabrück. 100 Jahre Bauhaus, 500. Todestag von Leonardo da Vinci und der King of Pop: Das Kunstjahr 2019 präsentiert sich als Parade der Superlative. Kunst wird neu sichtbar – als Hintergrund der Alltagskultur und als Vision der Moderne.

Was passiert wann und wo? Hier der nach Themen und Schauplätzen sortierte Überblick für das Jahr 2019:

100 Jahre Bauhaus: Wenn es um Architektur und Design der Moderne geht, ist das Maß aller Dinge - das Bauhaus, das in nur 14 Jahren seines Bestehens zwischen 1919 und der von den Nazis erzwungenen Schließung 1933 der Avantgarde ihr schnittiges Gesicht gegeben hat. Von Freischwinger bis Bauhausleuchte reichen die Produkte, die mit zeitlosem Charisma bis heute ihre Käufer finden. 2019 wird der 100. Geburtstag der von Walter Gropius 1919 in Weimar gegründeten Designschule groß gefeiert. Am 16. Januar startet in Berlin das Eröffnungsfestival mit 25 Produktionen, die das Erbe der Bauhausbühne aufnehmen. Den Höhepunkt des Festivals markiert das "Totale Tanz Theater" des amerikanischen Choreographen Richard Siegal zur Musik von Einstürzende Neubauten. Mit zwei Ausstellungen eröffnen die Bauhausmuseen, die neu an den Start gehen. Mit "Das Bauhaus kommt aus Weimar" öffnet am 6. April das Museum in Weimar seine Tore. Am 8. September folgt das neue Museum in Dessau, das sich als "Versuchsstätte Bauhaus" präsentieren will. Der Tipp für alle, die sich reisend auf die Spuren des Bauhauses begeben wollen, ist die "Grand Tour der Moderne" mit vielen Routenvorschlägen zu Bauhaus-Stätten im ganzen Land. 

Sitzende mit Bühnenmaske von Oskar Schlemmer im Stahlrohrsessel von Marcel Breuer, um 1926. Foto: Bauhaus-Archiv Berlin/Stephan Consemüller/dpa


Michael Jackson in der Kunst: Der King of Pop kommt ins Museum! Die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik in Bonn zeigt ab dem 22. März die Schau "Michael Jackson: On the Wall". Wie man den Star aller Stars des Pop nicht einfach nur an die Wand bringt, sondern sein Image auch im Bild mit kreieren kann, haben Größen der Kunst bewiesen. Keine andere Figur aus Musik und Show ist in den letzten 50 Jahren häufiger in Kunstwerken verewigt und neu erschaffen worden, als der 2009 verstorbene Michael Jackson. Die Präsentation versammelt Klassiker der Jackson-Ikonographie wie die Skulpturen von Jeff Koons und die Bilder von Andy Warhol. Hinzu kommen weitere Werke von Könnern wie Paul McCarthy, David LaChapelle oder Candice Breitz. In Bonn wird nicht einfach nur ein Star gefeiert. Die Kuratoren wollen vor allem aufzeigen, wie eine Größe des Pop in den Künsten reflektiert und ein gutes Stück weit auch über das Medium des Bildes mit Aura und Glamour aufgeladen wird. Es geht um Michael Jackson - und um die Mechanismen der Popkultur.


An Illuminating Path, 1998 by David LaChapelle. Courtesy of the Artist. © David LaChapelle


Munch, Nolde, van Gogh: Die Klassiker der Moderne leben, auch wenn ihre Bilder schon oft zu sehen waren. Drei große Museen präsentieren Kunstklassiker aus der Zeit um 1900 in ganz neuer Perspektive. So rüstet das Frankfurter Städel zu einer der größten Vincent van Gogh-Ausstellungen der letzten Jahre. Ab dem 23. Oktober zeigt das Museum 140 Werke des 1890 verstorbenen Malers und erklärt, welche Rolle Galeristen und Sammler bei der Erfolgsgeschichte seines Werkes spielten. Van Gogh ging als Musterbeispiel des verkannten Genies in die Geschichte ein. Heute ist er ein Kassenschlager beim großen Ausstellungspublikum. Nicht weniger zugkräftig ist Emil Nolde, der sich den Nationalsozialisten angedient hatte, dann aber von ihnen als "entartet" verfemt wurde. Welche Rolle spielte Emil Nolde im Dritten Reich wirklich? Im Berliner Hamburger Bahnhof wird dieser Frage ab dem 12. April nachgegangen. Einen besonderen Zugang zu einem Klassiker der Kunst präsentiert schließlich die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Bestsellerautor Karl Ove Knausgård wird die Bilder seines norwegischen Landsmannes Edvard Munch ab dem 12. Oktober inszenieren. Die Schau verspricht einen völlig neuen Blick auf die Werke jenes Malers, dessen "Schrei" zum Welterfolg wurde - auch als Emoji auf dem Smartphone.

Der norwegische Schriftsteller Karl Ove Knausgard wird in Düsseldorf die Bilder von Edvard Munch inszenieren. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa


Museen im Norden: "Hauptsache Kopf": Unter diesem Motto startet die Kunsthalle Emden ambitioniert in das Kunstjahr 2019. Das Museum versammelt ab dem 26. Januar Kunstwerke zum Thema Kopf und holt dabei zur großen Themenausstellung aus. Ob das Marilyn Monroe-Porträt von Andy Warhol, die übermalten Köpfe von Arnulf Rainer oder die kopfüber präsentierten Figuren von Georg Baselitz - immer geht es um die Frage nach dem Menschen und seinem Wesen. In Zeiten optischer Gesichtserkennung und digitaler Fingerabdrücke hat diese Frage frische Aktualität. Mit kleinem Augenzwinkern nimmt die Kunsthalle Bremen ab dem 23. März das Wahrzeichen der Stadt aufs Korn. "Tierischer Aufstand. 200 Jahre Bremer Bremer Stadtmusikanten in Kunst, Kitsch und Gesellschaft" heißt das Ausstellungsprojekt zu den populären Märchenfiguren. Über jeden Verdacht des Kitsches erhaben zeigt sich die Hamburger Kunsthalle. Sie lädt zur "Freiheit der Malerei" und zeigt unter diesem Titel ab dem 13. Dezember Meisterwerke von Goya, Fragonard und Tiepolo". Mit diesen drei Meistern feiert das Museum das 18. Jahrhundert als Umbruchszeit der Kunst und zugleich den 150. Geburtstag des eigenen Hauses.

Andy Warhol, ohne Titel, aus: Marilyn Monroe, Serie von 10 Siebdrucken, 1967 (c) 2018 Andy Warhol Foundation for the Visual Arts / Artists Rights Society (ARS), New York. Foto: Joachim Werkmeister


JEAN-HONORÉ FRAGONARD (1732– 1806) Der Philosoph, um 1764. Öl auf Leinwand, 59 x 72,2 cm (oval) © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford


Museen im Westen: Er ist einer der prominentesten Künstler der Welt, ein Inbegriff des Dissidenten: Ai Weiwei. Die Düsseldorfer Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen bereitet dem chinesischen Objekt- und Aktionskünstler ab dem 18. Mai die ganz große Bühne. "Alles ist Kunst, alles ist Politik": Unter dieser Überschrift werden raumgreifende Werke Ai Weiweis gleich in beiden Häusern der Kunstsammlung präsentiert. Werke aus den letzten zehn Jahren bringen Fragen der chinesischen Politik und der Flüchtlingskrise auf den Punkt. Einen anderen großen Künstler zeigt das Wuppertaler Von-der-Heydt-Museum ab dem 3. November. Passend zum Jubiläumsjahr des Bauhauses werden Werke des Künstlers Oskar Schlemmer gezeigt. Der von den Nazis verfemte Künstler hatte während des Dritten Reiches eine Zeit lang in Wuppertal gelebt. Mit einem veritablen Kunstvergnügen wartet 2019 auch das Kunstmuseum Pablo Picasso in Münster auf. "Im Rausch der Farbe – Von Gauguin bis Matisse Meisterwerke aus dem Musée d'art moderne de Troyes" zeigt das Haus ab dem 12. Oktober Meisterwerke der französischen Kunst. Ab dem 2. Februar präsentiert das Münsteraner Haus Karikaturen von Honoré Daumier, dem großen Klassiker der satirischen Zeichnung.

Ai Weiwei, Portrait Ai Weiwei, © Ai Weiwei Studio. Foto: © Kunstsammlung NRW


Ein Genie starb vor 500 Jahren: Wenn es um den wichtigsten Jahrestag der Kunst im Jahr 2019 geht, bekommt sogar das berühmte Bauhaus ernste Konkurrenz. Am 2. Mai jährt sich der Todestag Leonardo da Vincis zum 500. Mal. Das in der Toskana geborene Universalgenie ging mit Meisterwerken wie seinem berühmten "Abendmahl" in die Kunstgeschichte ein. Seine "Mona Lisa" gilt als das berühmteste Gemälde der Welt. Ab dem Februar werden 144 seiner berühmten Zeichnungen in mehreren Ausstellungen in Großbritannien zu sehen sein. Auf dem Buchmarkt erscheinen neue Lebensdarstellungen. Der toskanische Meister kam zuletzt 2017 in die Schlagzeilen. Das angeblich vom toskanischen Meister gemalte Bild "Salvator Mundi" wurde für knapp 400 Millionen Euro von der Regierung Abu Dhabis ersteigert. 

Von Fans umlagert: Leonardos "Mona Lisa" im Pariser Louvre". Foto: dpa



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