Neu im Kino Frankensteins Mutter: „Mary Shelley“ als Hipster-Autorin

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Mary Shelley (Elle Fanning) am Grab ihrer Mutter. Foto: ProkinoMary Shelley (Elle Fanning) am Grab ihrer Mutter. Foto: Prokino

Berlin. Elle Fanning ist „Mary Shelley“: Was taugt der Film über die Erfinderin von Frankenstein und seinem Monster?

Wer war die Autorin hinter der mythischen Figur Frankenstein? Die Filmbiografie „Mary Shelley“ gibt Antworten. Am 27. Dezember kommt der Film in die deutschen Kinos. 


Frankenstein – ein moderner Mythos

Wer in der Filmdatenbank „imdb.com“ Frankensteins Monster sucht, kriegt über 200 Treffer. Mit der Geschichte vom Wissenschaftler, der den Tod herausfordert, schuf Mary Shelley eine Figur, die auch 200 Jahre später relevant ist; Frankenstein ist ein Mythos der Moderne.

Mit Elle Fanning hat Regisseurin Haifaa Al Mansour eine Darstellerin gefunden, die den hochbegabten Eigensinn der Figur wunderbar umsetzt – bis hin zur biografischen Parallele: Ähnlich wie die Autorin wurde wohl auch die Schauspielerin auf den Beruf trainiert: Fanning hat seit dem dritten Geburtstag in jedem Jahr gedreht. Shelley, Tochter eines Sozialphilosophen und einer Frauenrechtlerin, veröffentlichte ihr Meisterwerk mit 21.

Nach dem Meisterwerk endet der Film

Das Interesse der Filmbiografie gilt ganz dieser Jugend: Die Entstehung des Frankenstein-Stoffs entwickelt das Drehbuch aus Shelleys Kindheit im Intellektuellenhaushalt, aus der Faszination für galvanistische Experimente und aus dem Erlebnis eines Kindstods: Shelleys erste Tochter starb als Säugling. Im Zentrum der Handlung steht das legendäre Treffen am Genfersee: Den Regensommer 1816 überbrückten die Autorin, damals noch Mary Goodwin, ihr späterer Mann Percy Shelley und Lord Byron mit improvisierten Schauergeschichten. Frankensteins Geburtsstunde.

Shelley und Byron als Hipster

Die Regisseurin zeichnet den Kreis als aufrührerisch gestimmte Bohème und macht ihre Helden zu allzu hippen Pop-Literaten. Die Frauen müssen sich nicht dabei nur gegen die Konventionen ihrer Zeit durchsetzen, sondern auch gegen ihre eigenen Macho-Männer. Douglas Booth und Tom Sturridge spielen sie so poserhaft, dass man keinem die geistige Laufbahn zutraut. Dass Shelley in ihren drei Jahrzehnten nach dem Erstling noch ein umfangreiches Werk vorlegte, erwähnt der Film nur in einer Texttafel.

„Mary Shelly“. GB 2017. R: Haifaa Al Mansour , D: Elle Fanning. 119 Min. Ab 12.

The Favourite, Glass, Creed 2: Über diese Filme werden wir im Januar sprechen.


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