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"A Beautiful Day" und "Climax" Filmkritiker wählen Tops und Flops des Kinojahres 2018

Von Von Daniel Benedict, Tobias Sunderdiek und Frank Jürgens

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Ungewöhnlich starker Film über Gewalt: Joaquin Phoenix als Killer in Lynne Ramseys Film „A Beautiful Day“. Foto: Constantin FilmUngewöhnlich starker Film über Gewalt: Joaquin Phoenix als Killer in Lynne Ramseys Film „A Beautiful Day“. Foto: Constantin Film

Osnabrück. Was bleibt vom Kinojahr 2018? Unsere Filmkritiker haben ihre Tops und Flops benannt. Gibt es eine Tendenz? Ja, die zu Filmen wie "A Beautiful Day" und "Climax", die Menschen im Ausnahmezustand zeigen. Auch ein Kommentar zu unserer von Krisen gezeichneten Zeit.

Daniel Benedict votiert für einen Thriller über Gewalt:

Top: Lynne Ramsey porträtiert in „A Beautiful Day“ den Ex-Soldaten Joe, der gegen Geld Verbrecher tötet; sie macht den harten Noir-Thriller zu einem der seit Langem ungewöhnlichsten Filme über Gewalt. In einer der besten Szenen legt Joaquin Phoenix sich als Joe neben eins seiner Opfer und hält dem Sterbenden die Hand, bis er es geschafft hat. Im Radio läuft „I’ve Never Been to Me“, eine 70er-Jahre-Ballade über ein verpasstes Leben. Ein Killerfilm zum Weinen - umwerfend. Hier weiterlesen: "A Beautiful Day". - die Kinokritik.



Flop: Unter all den Fitzek-Verfilmungen dieses Jahres, ist Christian Alvarts „Abgeschnitten“ sicher die ekligste - schon deshalb, weil sie im Kino als FSK-16-Produktion einfach mehr zeigen darf. In diesem Fall sind das auf alle erdenklichen Arten verstümmelte Leichen, die ein Klischee-Serienmörder ohne erkennbaren Grund zu Hinweisen einer tödlichen Schnitzeljagd macht. Dass die gewaltgeile Geschichte nicht nur dem Hirn des Romanciers entstammt, sondern auch dem eines Ko-Autors, der im Hauptberuf echte Leichen obduziert, ist das Unheimlichste an dieser Leinwand-Plattitüde. Ein Killerfilm zum Würgen - ärgerlich. Hier weiterlesen: "Abgeschnitten" - die Kinokritik.


Tobias Sunderdiek votiert für den Drogentrip einer Tanztruppe:

Top: Der beste Film des Kinojahres trägt seine Bewertung schon im Titel: „Climax“ von Gaspar Noé begeisterte durch seine fiebrigen filmischen Mittel, die die Auswirkungen auf eine Tanztruppe zeigen, als sie auf einer Party von einer mit Drogen versetzte Bowle trinkt. Ein Trip in den Wahnsinn, des Schmerzes und des Todes, der seine volle Wirkung vor allem auf der großen Leinwand entfaltet. Hier weiterlesen: "Climax" - die Kinokritik.

"Climax" von Gaspar Noé steigert sich in einen hypnotisierenden Rausch aus Sex und Gewalt. Foto: Alamode Film


Flop: Der schlechteste Film des Jahres war eindeutig Mike Newells triviale Kitschroman-Verfilmung „Deine Juliet“, einer Ansammlung pseudobildungsbürgerlicher Klischees um eine englische Autorin (Lily James), die auf einer Kanalinsel einen Buchclub beitritt und sich in einen Bauern verliebt. Kino so trivial wie der „Herzkino“-TV-Müll à la Rosamunde Pilcher.  Hier weiterlesen: "Deine Juliet" - die Kinokritik.


Lily James als Journalistin Juliet Ashton und Michiel Huisman als Dawsey Adams in einer Szene des Films "Deine Juliet". Foto: -/StudioCanal/dpa

Frank Jürgens votiert für einen gelungenen Party-Film:

Top: Manche Party-Filme können mehr Spaß machen als Parties. So auch die liebenswert-schrullige Komödie „How to Talk to Girls at Parties“, in der sich der schüchterne Punk Enn (Alex Sharp) im Jahre 1977 ausgerechnet in eine Außerirdische verliebt. John Cameron Mitchell ist damit die beste Science Fiction Punk Comedy seit „Repo Man“ gelungen. Hier weiterlesen: "How to talk with girls at parties" - die Kinokritik.



Flop: Viele Party-Filme sind aber auch einfach nur peinlicher Müll. Dafür bürgt in „How to Party with Mom“ bereits Hauptdarstellerin und Koautorin Melissa McCarthy. Ihre unerträgliche Brachialkomödie über Mutter, Tochter, Koma und Körbchengrößen ist weder nüchtern noch Silvester zu ertragen. Hier weiterlesen: "How to Party with Mom" - die Kinokritik.



Reinhard Westendorf votiert für Echtzeit-Thriller

Top: Wie ein schuldbeladener Polizist in einer Kopenhagener Notruf-Zentrale eine komplexe Familientragödie per Telefon aufzuhalten versucht, ist überraschender Weise für mich zum packendsten Film des Jahres geworden. Der dänische Echtzeit-Thriller „The Gulity“ sorgt mit nur einem Raum, einem Hauptdarsteller und diversen Telefon- und Funkstimmen trotz vermeintlichem Hörspiel-Gestus für echtes Hochspannungskino.  



Flop: An Spike Lees letztem Film „BlacKkKlansman“ ist das Originellste die Orthografie des Filmtitels. Ansonsten verquirlt die überlange Rassismus-Posse eine eigentlich spannende wahre Geschichte um einen afro-amerikanischen Cop, der den Ku-Klux-Klan bloß stellt, zu schwarzweißem Gesinnungs-Kino mit plattem Gutmenschen-Beifall. Hier weiterlesen: „BlacKkKlansman“ - die Kinokritik.




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