Abend in der Buchhandlung Wenner Krimi-Quartett diskutiert Neuerscheinungen

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Diskussion in der Buchhandlung mit (von Links): Michael Schmitz, Ulrike Kroneck, Thomas Wötche, Jost Hindersmann.Diskussion in der Buchhandlung mit (von Links): Michael Schmitz, Ulrike Kroneck, Thomas Wötche, Jost Hindersmann.

Osnabrück. Beim Krimi-Quartett der Buchhandlung Wenner stellten die Autorin Ulrike Kroneck, der Krimi-Rezensent Thomas Wörtche, der Staatsanwalt Martin Schmitz und der Krimi-Experte Jost Hindersmann aktuelle Werke vor.

Mit seinen Sprüchen hatte Thomas Wörtche die Lacher oft auf seiner Seite: „Ich werde sowieso nervös, wenn das Böse herumfummelt“, spottet der Krimi-Rezensent (Deutschlandfunk) über „Der Schmetterling“ von Gabriella Ullberg Westin. Zudem sei ja – klassisch für Schwedenkrimis – ein rotes Haus auf dem Cover zu sehen, setzte Wörtche nach, der beim Suhrkamp-Verlag eine eigene Krimi-Reihe herausgibt.

Jost Hindersmann, der an der Universität Osnabrück über britische Spionagekrimis promoviert wurde, hatte den Krimi vorgestellt. Darin wird die Ehefrau eines schwedischen Fußballprofis von einem vorgeblichen Weihnachtsmann erschossen.

Alle vier Teilnehmer stellen an dem Abend in der gut besuchten Buchhandlung Wenner einen aktuellen Krimi vor – doch so richtig begeistert ist die Runde am Ende von keinem der Bücher. Ulrike Kroneck, Autorin und ehemalige Lektorin aus Bad Iburg, beurteilte den von ihr vorgestellten Krimi sogar selbst als schlecht. Weil der Wirtin die Zeit zum Lesen fehlte, hatte sie die Buchhandlung gebeten, ihr ein Buch für die Veranstaltung vorzuschlagen. Sie sei erstaunt, dass ein Verlag wie Diogenes „Krokodilwächter“ von Katrine Engberg überhaupt verlegt habe, betont Kroneck.

Die anderen Kandidaten stellen jeweils ein Buch vor, dass sie sich selbst ausgesucht hatten. Staatsanwalt Michael Schmitz legt dabei Wert darauf, dass die Ermittlung realistisch dargestellt wird: „Die Tote im Wannsee“, verfasst vom Autorentrio Martin Lutz, Sven Felix Kellerhoff und Uwe Wilhelm, enthält allerlei Namen, die in den 68ern eine Rolle gespielt haben. Allerdings würden diese Personen – Uschi Obermeier, Alice Schwarzer, Reinhard Mey – nur erwähnt, trügen die Geschichte aber nicht weiter, moniert Thomas Wartche, der von „Das Auge von Hongkong“ begeistert ist, in dem Chan Ho-Kei sechs Geschichten seines Inspektors Kwan erzählt.

So muss sich am Ende des unterhaltsamen Abends doch jeder Besucher sein eigenes Urteil über die vorgestellten Krimis bilden.


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