Fassaden wurden zu Leinwänden "A Wall Is A Screen“ lud zur Kurzfilmwanderung

Kurzfilme passend zur jeweiligen Kulisse: Station 4 war im Katharinenviertel zu erleben. Foto: Thomas OsterfeldKurzfilme passend zur jeweiligen Kulisse: Station 4 war im Katharinenviertel zu erleben. Foto: Thomas Osterfeld
Thomas Osterfeld

Osnabrück. Als Einstimmung auf das Unabhängige FilmFest Osnabrück, das am 17. Oktober startet, war das Team von „A Wall Is A Screen“ entlang der Lotter Straße unterwegs. Mehr als 200 Filmfans nahmen an der Outdoor-Kinoprozession teil.

Die Frage nach Gott wurde an der Fassade eines Gemeindehauses gestellt, an einem Krieger- und Friedensdenkmal die gesellschaftliche Balance ausgehebelt und auf einer Großbaustelle der Bau einer Autobahn dokumentiert, für die in den 90er Jahren ein gewachsenes Londoner Wohnviertel geopfert wurde: Mehr als 200 Teilnehmer einer Kurzfilmwanderung wurden am Samstagabend auf ungewohnte Art unterhalten oder mit existenziellen Problemen dieser Welt konfrontiert.

„A Wall Is A Screen“ nennt sich das Team Hamburger Filmenthusiasten, das in der Vergangenheit bereits häufig zu Gast beim Unabhängigen FilmFest Osnabrück war. In den vergangenen Jahren hatten die mobilen Kurzfilmprojekteure das „Warm Up“ zum Festival nicht mehr gestaltet, doch diesmal war es wieder soweit: Gebäudefassaden der Stadt wurden zur Projektionsfläche für ausgewählte Kurzfilme, die zur jeweiligen Kulisse passten. Sieben Stationen lagen auf der Route, die diesmal nicht in Richtung Altstadt, sondern entlang der Lotter Straße verlief.

Nach der Eröffnung mit dem Animationsfilm „Carlottas Face“, der die bildende Kunst thematisiert und somit passenderweise an das Felix-Nussbaum-Haus projiziert wurde, landeten die Teilnehmer abschließend zu einem Musikvideo im Innenhof der Musik- und Kunstschule an der Caprivistraße. Auch wenn die Symphonie des Abrisses, die dazwischen auf dem Sanierungsgelände der Firma Hagedorn gezeigt wurde, ein wenig zu lang und zu abstrakt geriet, so waren andere Kurzfilme doch gut gewählt. Herausragend erwies sich der Beitrag über den britischen Blogger Dominic Wilcox, der in einem Garagenhof projiziert wurde. Sein Porträt glich einem animierten Plädoyer für Einfallsreichtum, schräge Kreativität und die Neuerfindung der Normalität.


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