Ausverkauftes Gerry-Weber-Stadion Wuchtig und emotional: 7100 Fans feiern Andreas Gabalier in Halle



Halle. Frenetisch feierten die 7100 Fans den selbsternannten „Volks Rock`n Roller“ Andreas Gabalier beim Auftaktkonzert seiner Herbsttournee in Halle. Der Österreicher zeigte sich an diesem Abend aber nicht nur als Stimmungsgarant.

Auf einem der Fotos, die zu Beginn der Show über die riesigen Bühnenbildschirme flackerten, lächelte ein jugendlicher Gabalier den Betrachter entgegen. Bilder aus einer Zeit, in welcher der gigantische Erfolg der Gegenwart noch in weiter Ferne lag.

Wuchtiger Sound

Mit lautem Knall und Pyro-Effekt trat der Sänger kurz darauf ins Rampenlicht, zupfte bleischwere Riffs an der E-Gitarre und suchte gleich die Nähe zu seinen Fans, die dicht gedrängt am Bühnenlaufsteg warteten. Winkend wendete sich der Sänger auch den voll besetzten Rängen zu, auf denen zum Opener „Verdammt lang her“ kollektives Armeschwenken und Jubeln angesagt war. Der wuchtige Sound wetteiferte mit dem aufwendigen Bühnenbild, im Zentrum des Geschehens stand aber unangefochten der in Boots, Lederhosen und ärmelloser Weste gekleidete Sänger mit dem markanten Dialekt.

Das Erscheinungsbild Gabaliers ist ganz sicher Teil der Erfolgsmarke, denn an Wiedererkennungswert mangelt es dem „Bergbauernbuam“, wie es im gleichnamigen Lied heisst, nicht. Die aufgestellten Kameras transportieren das Bild des Sängers auf die Großleinwand und lassen ihn als nahbaren Kumpeltyp erscheinen. Kaum vorstellbar war zu diesem Zeitpunkt, wie der Österreicher das angekündigte Kunststück fertig bringen wollte, die hochkochende Stimmung der ersten zehn Minuten noch zu steigern.

Wie sehr das Publikum an Gabaliers Lippen hing, zeigte sich, als es fast augenblicklich ruhig wurde und der Sänger munter plauderte und in einen Dialog mit weiblichen Fans trat. Letztere waren an diesem Abend deutlich in der Überzahl. Viele hatten sich mit Dirndl und kunstvollen Flechtfrisuren zurecht gemacht, aber auch die Herren zeigten mit Lederhosen und karierten Hemden Oktoberfesttauglichkeit. 

Zu „I sing a Liad für di“ tänzelte Gabalier den Laufsteg entlang, während das Publikum textsicher mit einstimmte. Absolut eingängig präsentierte sich das textlich nicht gerade anspruchsvolle „HalliHallo“, von Gabalier hüpfend und mit ausgebreiteten Armen zusätzlich angefacht. Die hervorragend spielende Band setzte nicht nur durch Gitarrist Alen Brentini Akzente, der mit seinen Solis überzeugte. Das Gabalier auch nur mit Akustikgitarre und Cellobegleitung Emotionen wecken kann, zeigte er bei dem melancholischen Stück „Hinterm Horizont“ vom aktuellen Album „Vergiss mich nicht.“ Er habe es nicht immer leicht in der Öffentlichkeit, betonte der Sänger wenig später in Anspielung auf öffentliche Debatten um seine Person und dankte seinen Fans für die Unterstützung.

Lebensfreude und Trauer

Nur scheinbar gegensätzlich wurde es zum Konzertende, als auf das nicht enden wollende „Hulapalu“ das anrührende „Amoi seg`ma uns wieder“ folgte. Lebensfreude und Trauer - bei Gabalier liegen sie offenbar ganz eng beeinander. Auch nach mehreren Zugaben fiel es dem Publikum sichtlich schwer, sich von dem jungen Österreicher zu trennen.


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