Gloria Gaynor im Interview Ein unsterblicher Hit: 40 Jahre Kultsong „I Will Survive“

Von dpa

Meine Nachrichten

Um das Thema Kultur Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Gloria Gaynor: „I Will Survive“ wurde zum Herzstück ihres künstlerischen Anliegens. Foto: Markus ScholzGloria Gaynor: „I Will Survive“ wurde zum Herzstück ihres künstlerischen Anliegens. Foto: Markus Scholz

Berlin. Vor 40 Jahren landet Gloria Gaynor ihren größten Hit - und das eher zufällig. Denn die Plattenfirma ist zunächst wenig begeistert von „I Will Survive“. Bis heute wird die Sängerin auf ihren Kultsong angesprochen.

Im Oktober 1978 veröffentlicht US-Sängerin Gloria Gaynor ihr Cover des Righteous-Brothers-Song „Substitute“. Doch der eigentliche Welthit schlummert auf der B-Seite der Platte. Der Song „I Will Survive“ wird schnell zum Clubhit in New York, später zur Disco-Hymne auf der ganzen Welt.

40 Jahre nach der Veröffentlichung kommt die Disco-Queen im November für drei Konzerte nach Deutschland. Im dpa-Interview erklärt die 69-Jährige, wie es zu ihrem Welthit kam.

Frage: Können Sie sich an die ersten Reaktionen auf den Song damals erinnern?

Gaynor: Ja, das war ja eine ganz erstaunliche Geschichte. Ich habe den Song ja als B-Seite einer Platte veröffentlicht. Die Plattenfirma wollte das Lied nicht hören. Mein Manager und ich haben es dann dem DJ im Club „Studio 54“ in New York gegeben. Als das Publikum dort den Song liebte, wussten wir sofort: Das wird ein Hit. Es gab daran keinen Zweifel.

Wieso?

Gaynor: Das New Yorker Publikum war damals recht abgestumpft. Wir wussten: Wenn es einen neuen Song sofort so feiert, dann muss es ein Hit werden. Der DJ hat es dann Kollegen weitergeben, Gäste begannen, sich den Song zu wünschen, später dann auch im Radio. Und so wurde der Song immer populärer.

Wie würden Sie den Song im Nachhinein beschreiben: Als Segen oder Fluch?

Gaynor: Ein absoluter Segen. Das Lied wurde zum Herzstück meines künstlerischen Anliegens. Das ist toll.


Es geht um starke Frauen und darüber, dass Männer sie ordentlich behandeln sollen. Ein Thema, das spätestens durch den Weinstein-Skandal aktueller denn je ist. Hätten Sie gedacht, dass wir über solche Themen 40 Jahre später immer noch reden?

Gaynor: Ich wusste, dass der Song so lange populär ist, wie ihn die Radios spielen. Aber ich hatte keine Ahnung, dass sie ihn so lange spielen. Wenn man jung ist, denkt man auch nicht so weit. Aber ich treffe heute noch junge Mädchen, die mir sagen, wie viel ihnen der Song bedeutet. Sie sind sechs oder sieben Jahre alt. Das ist verrückt und wunderschön.

Songs wie „I Will Survive“ oder „ I Am What I Am“ wurden, auch wegen der Texte, zu Kultsongs in der Schwulenszene. Sie haben als streng religiöse Christin nie gerne darüber geredet. Warum nicht?

Gaynor: Ich bin nicht Teil dieser Community. Darum weiß ich nicht, was sie dort singen. Es ist schwer, Fragen zu etwas zu beantworten, mit dem man nicht vertraut ist.


ZUR PERSON: Die als Gloria Fowles geborene Musikerin sang bereits Anfang der 60er in einer Jazzband, machte danach solo weiter und feierte die ersten Erfolge mit ihrem Disco-Album „Never Can Say Goodbye“ (1975). Viele ihrer Songs landeten nicht in den Charts, fanden aber in der Disco-Szene großen Anklang. Zu ihren größten Hits gehört neben „I Will Survive“ (1978) auch „I Am What I Am“ (1984). Die 69-Jährige gibt im November Konzerte in Siegburg bei Köln, Hannover und Berlin. Anfang 2019 will sie ihr Album „Testimony“ veröffentlichen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN