Ein Bild von Dr. Stefan Lüddemann
26.09.2018, 18:42 Uhr NEUE KONZEPTE FÜR SICHERHEIT

Buchmesse gegen Rechts: Selbst politisch werden!

Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann

Tumult auf der Frankfurter Buchmesse 2017: Demonstranten rangeln bei einer Lesung und Podiumsdiskussion mit Thüringens AfD-Landes- und Fraktionschef Höcke, mit Ordnern. Foto: Frank Rumpenhorst/dpaTumult auf der Frankfurter Buchmesse 2017: Demonstranten rangeln bei einer Lesung und Podiumsdiskussion mit Thüringens AfD-Landes- und Fraktionschef Höcke, mit Ordnern. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Frankfurt. Wie geht man mit rechten Verlagen um? Die Frankfurter Buchmesse setzt auf mehr Sicherheit. Dabei ist das politische Statement mindestens ebenso wichtig.

Wie schützt man Freiheitsrechte gegen Feinde der Freiheit, ohne selbst Zensur auszuüben? Diese Frage klingt nicht nur nach einer Zwickmühle, sie bezeichnet ein klassisches Dilemma. Populisten und Rechtsextreme wissen das und nutzen diese Konstellation aus, um öffentliche Räume mit Hassbotschaften zu besetzen. Die Frankfurter Buchmesse hat im letzten Jahr diese leidvolle Erfahrung gemacht. Tumult am Ort der freien Debatte: Dieses Schreckensbild ist Wirklichkeit geworden. Hier weiterlesen: Wie umgehen mit rechten Verlagen? Debatte auf der Leipziger Buchmesse.

Gedanken über Sicherheitskonzepte sind deshalb angebracht. Die Macher der Buchmesse sollten aber nicht übertreiben. Rechte Verlage in hinterletzte Ecken? Das klingt schon wieder nach genau jener vermeintlichen Ausgrenzung, die Rechten Steilvorlagen für eine Selbstinszenierung als Opfer angeblich linken Mainstreams liefern. Hier weiterlesen: Frankfurter Buchmesse und die Proteste gegen Rechts.

Sicher, Tumulte sollten unterbunden werden können. Bilder wie jene von 2017 darf eine Buchmesse nicht wieder zulassen. Viel wichtiger dagegen ist es, selbst politisch zu werden und den öffentlichen Raum so zu prägen, wie es sich für eine plurale Gesellschaft gehört – nämlich als Arena eines freien Austausches. Hass und Drohung dürfen keinen Platz bekommen. Erst recht nicht da, wo es um Bücher und freie Meinungen geht.


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