Kommentar: Verlegerwechsel Trauriges Signal

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Der Schriftsteller Eugen Ruge. Foto: Michael GründelDer Schriftsteller Eugen Ruge. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Es ist schon ein ungewöhnlicher Vorgang, dass Autoren eines Verlags derart geharnischt den Rauswurf einer Verlegerin kritisieren. Aber vielleicht haben sie bald nicht mehr viel zu melden – ein Kommentar.

Von einem „schrecklichen Irrtum“ spricht sogar der amerikanische Literaturstar Jonathan Franzen. Es ist zu befürchten, dass die Entlassung von Rowohlt-Verlegerin Barbara Laugwitz kein Irrtum ist. Denn wenn sich der Traditionsverlag vom autorenzentrierten Verlegen abwendet, dann haben die Autoren, so prominent sie auch seien, beim Verlag künftig auch weniger zu melden. Das dürfte ein herber Schlag für Schriftsteller sein, die wie Eugen Ruge etwa bewusst gegen die schnelllebigen, marktorientierten Trends in unserer Gesellschaft anschreiben und auf ihre Verlage als Verbündete setzen.

Rowohlt wiederum will wahrscheinlich kein Opfer bröckelnder Leserschaft werden und rechtzeitig auf andere Erfolgskonzepte als bisher setzen – auch das ist nachvollziehbar.

Traurig ist das Signal dieser Personalie in jedem Fall: Eine Frau mit verlegerischem Gespür für gute Literatur muss einem Medien-Promi mit mehr Außenwirkung weichen.


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