Mit viel Witz und Klischees Schauspieler Horwitz liest in Bissendorf aus "Chanson d'Amour"

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Schauspieler Dominique Horwitz las im Hof Wamhof in Schledehausen aus seinem Buch "Chanson d'Amour - Spätsommer in Weimar". Foto: Elvira PartonSchauspieler Dominique Horwitz las im Hof Wamhof in Schledehausen aus seinem Buch "Chanson d'Amour - Spätsommer in Weimar". Foto: Elvira Parton

Bissendorf. Der Schauspieler Dominique Horwitz hat in Hof Wamhof in Schledehausen aus seinem neuen Roman „Chanson d’Amour“ gelesen. Mit schelmischem Witz und romantischen Klischees begeisterte er die Zuhörer mit Auszügen aus seiner Liebeskomödie.

Mit schwarzem T-Shirt und Dreitagebart lümmelt Dominique Horwitz auf einem Tisch vor dem Lesepult, als wäre er im eigenen Wohnzimmer. Mit schelmischem Lächeln guckt er in den voll besetzten Hof Wamhof in Schledehausen. Der Kulturverein Bissendorf hat zur Lesung des neuen Romans von Horwitz in das Ackerhaus von 1781 geladen. Um den Schauspieler mit dem markanten Gesicht stehen expressiv knorpelige und verwachsene Holzstücke.

Liebeskomödie statt Krimi

Dominique Horwitz, geboren 1957 in Paris, erzählt zum zweiten Mal aus seiner Wahlheimat, aus der Region um Weimar: Wie im Debüt-Roman von 2015 („Tod in Weimar“) dreht sich auch in „Chanson d’Amour“ vieles um den etwas schrulligen Kutscher Roman Kaminski. Außerdem um dessen Frau, die tatkräftige Wirtin Laura, deren gemeinsame Adoptivtochter Chantal, einen Zeitungschefredakteur samt Frau und um einen neu in die Stadt gekommenen Theaterintendanten. Diesmal hat Horwitz keinen Krimi verfasst, sondern eine Liebeskomödie.

Klischeehafte Figuren

Es fällt manchmal schwer, den vielen Handlungssträngen zu folgen. Diverse teils klischeehaften Sprachbilder und Figuren tauchen auf. Echte Fans des Künstlers mögen die Geschichten über Ehekrisen, Affären und den Neustart der großen Gefühle verschlingen. Tatsächlich sorgen immer wieder derbe Witze für einige Lacher beim Publikum. Andere Zuhörer dagegen dürften sich an der leicht vorhersehbaren Handlung gestoßen haben. Unterhaltsam ist es allemal, wie Horwitz vorliest. Er nimmt das Publikum schnell für sich ein. „Mir ist gerade aufgefallen, dass meine Figuren immer Alkohol holen, wenn sie zum Kühlschrank gehen. Das muss ich ändern“, sagt er und lässt sich eine Weißweinschorle bringen.

Autobiografische Elemente

Und man kommt tatsächlich etwas ins Schmachten, wenn der französischstämmige Schauspieler das berühmte Liebeslied anstimmt, das dem Roman seinen Namen gab. Mit tiefer Stimme singt er „Chanson d’amour, ra da da da da, je t’adore ...“ Einige autobiografische Elemente habe er in seinen Roman einfließen lassen. „Da ist schon viel von mir drin“, erzählt er in der Pause. Wie er hat der Protagonist Segelohren und lebt mit Frau und Kind in Weimar. Das Schreiben sei eine schöne Nebenbeschäftigung zur Schauspielerei. So könne er auch mal eigene Texte vorlesen und nicht nur immer die von anderen Autoren.


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