Ein Bild von Ralf Döring
07.09.2018, 16:54 Uhr KOMMENTAR

Kollegah und Farid Bang auf dem Index - ein spätes Symbol

Kommentar von Ralf Döring

Das Ende eine Ära: Kollegah (l) und Farid Bang singen bei der 27. und letzten Verleihung des Deutschen Musikpreises Echo. Foto: Jörg Carstensen/dpaDas Ende eine Ära: Kollegah (l) und Farid Bang singen bei der 27. und letzten Verleihung des Deutschen Musikpreises Echo. Foto: Jörg Carstensen/dpa

Osnabrück.. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat „JBG3“ von Kollegah und Farid Bang als jugendgefährdend eingestuft. Das Votum kommt spät. Zu spät. Ein Kommentar

Jetzt also doch: „Jung, Brutal, Gutaussehend 3“, das Album der beiden Rapper Kollegah und Farid Bang, könnte, in Teilen, die Jugend gefährden, befindet die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien. Das Votum kommt nicht überraschend, dafür aber ziemlich spät. Zu spät: Wirtschaftlich haben die beiden Rapper das Album abgehakt. Sie arbeiten an den nächsten Projekten, und man darf auf die nächsten Provokationen warten.

Wie damit umgehen? Grundsätzlich schützt unsere Verfassung die künstlerische Freiheit und die freie Meinungsäußerung. Das ist allerdings kein Freibrief, um zu diffamieren, zu beleidigen, Gewalt zu verherrlichen und zu verharmlosen. Und gerade die Jugend genießt in diesem Zusammenhang einen besonderen Schutz.

Im gegenwärtigen Fall hat das Votum der Prüfstelle allerdings nur noch symbolischen Charakter – wer auf die geschmacklosen Verse steht, hat „JBG3“ längst auf seinem Smartphone, egal ob mit 14 Jahren oder mit 40. So bleibt nur die zweifelhafte Genugtuung, dass uns die beiden Rapper vom Echo befreit haben.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN