Michael Myers' Neuerfindung "Halloween (2018)": Was die Neuauflage alles ändert

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Halloween (2018): Michael Myers kommt zurück – und alles, was er seit dem ersten Teil getan hat, gilt nicht mehr. Foto: UniversalHalloween (2018): Michael Myers kommt zurück – und alles, was er seit dem ersten Teil getan hat, gilt nicht mehr. Foto: Universal

Berlin. "Halloween" ist zurück – mit John Carpenter und Jamie Lee Curtis. Was ist neu an der Neuauflage des Horrorklassikers?

Am 25. Oktober kommt David Gordon Greens „Halloween“ in die deutschen Kinos. John Carpenter, der das Original vor 40 Jahren drehte (und die letzten Remakes von Rob Zombie ablehnte), steht als Produzent persönlich für den elften Teil der der Reihe ein. Auch Jamie Lee Curtis kehrt in ihre Rolle zurück und spielt noch einmal Michael Myers Opfer Laurie Strode.  (Von "The Nun" bis "Utøya, 22. Juli": die Filmstarts des Monats)





Was ist neu am neuen „Halloween“?

Wie in der Wirklichkeit sind auch in der Geschichte 40 Jahre seit den Babysitter-Morden des ersten „Halloween“-Films (1978) vergangen. Die ganze Zeit hat der Killer in der Psychiatrie verbracht. Die Neuauflage bricht also mit allen bisherigen Fortsetzungen, in denen Michael Myers immer weiter tötete. Dass die Autoren diesmal nur den allerersten Film berücksichtigen, berührt ein zentrales Detail: Myers und Laurie, die erst der zweite Teil zu Geschwistern erklärt hatte, sind in „Halloween (2018)“ nicht miteinander verwandt.

Wovon handelt „Halloween (2018)“?

Regisseur David Gordon Green, der auch am Drehbuch beteiligt ist, lässt Michael Myers nach Jahrzehnten in der Geschlossenen entkommen – zur Freude seines einstigen Opfers Laurie Strode, die sich mit einem Arsenal an Waffen auf den Tag vorbereitet hat. Auf der ComicCon in San Diego stellte Jamie Lee Curtis die Neuauflage in den Kontext der #MeToo-Bewegung – als Film über eine Traumatisierte, die sich in der Konfrontation mit ihrem Peiniger nach Jahrzehnten aus der Opferrolle befreit.  ("House of Card"-Trailer: Was wird aus Frank Underwood? – Achtung, Spoiler!)




Messermord in der zweiten Generation

Dass Küchenmesser der „Halloween“-Filme ist für Jamie Lee Curtis Familientradition. 1960 spielte ihre Mutter Janet Leigh in Hitchcocks „Psycho“ die Frau, die in der Duschszene mit einem Küchenmesser ermordet wird.

Die vielen Tode von Michael Myers

Zu den Routinen der „Halloween“-Reihe gehört die Erklärung, wieso der Killer überhaupt noch lebt: Am Ende des zweiten Teils geht er mitsamt einer explodierenden Klinik in Flammen auf – um bei seinem nächsten Auftritt aus einem zehnjährigen Koma zu erwachen. Myers mordet weiter, wird erschossen und stürzt in einen Bergbau-Schacht – dem er im nächsten Film überraschend lebendig entsteigt. In „H20“ (1998) schlägt Laurie dem ewigen Kontrahenten dann den Kopf samt Maske ab – nur um in „Halloween: Ressurrection“ (2002) zu erfahren, dass sie versehentlich einen Sanitäter ermordet hat, mit dem Michael die Kleider getauscht hatte. Ein Irrtum, der sie noch in der Eröffnungssequenz des selbst das Leben kostet. Lauter gute Gründe also, die ganze Vorgeschichte im neuen Film zu übergehen.  (George Romero sollte "Es" verfilmen: Fakten zum Steven-King-Klassiker)

Der Ort des Grauens: Haddonfield

Michael Myers Mordnacht spielt in der fiktiven Kleinstadt Haddonfield, Illinois. Aus einem Ort dieses Namens stammt auch Debra Hill, John Carpenters Ko-Autorin und -Produzentin von „Halloween“. Ihr Haddonfield ist allerdings real und liegt im Bundesstaat New Jersey.


Keine Kontinuität in Haddonfield: die „Halloween“-Reihe

Brüche mit der Handlungslogik haben bei „Halloween“ eine lange Geschichte: „Halloween II“ (1981) spielt in derselben Nacht wie der erste Teil. Ab dann wackelt die Kontinuität. Nach vier Fortsetzungen ohne Jamie Lee Curtis wird die Konfrontation von Michael und Laurie erst in „Halloween H20“ (1998) weitererzählt: 20 Jahre nach den Ereignissen von damals spürt der Killer sie in Kalifornien auf, wo sie unter falschem Namen eine Schule leitet. „Halloween: Ressurrection“ (2002) knüpft nur lose daran an und entwickelt – unter dem Eindruck des „Blaiwitch“-Hypes – das neue Setting einer blutigen Reality-Show. Für sich stehen die Episoden IV (1988), V (1989) und VI (1995) um Michaels Jagd auf seine Nichte. Zwei „Halloween“-Filme von Rob Zombie (2007, 2009) sind Remakes. „Halloween III“ wiederum hat mit alledem überhaupt nichts zu tun: Der einzige „Halloween“-Film ohne Michael Myers handelt von tödlichen Horrormasken. Er sollte Auftakt einer jährlichen Reihe mit abgeschlossenen Filmen sein – und floppte.




Welcher „Halloween“ ist der erfolgreichste?

Jamie Lee Curtis, die vorher nur Episodenaufritte in Serien wie „Quincy“ und „Drei Engel für Charlie“ hatte, verdankt ihrem Debütfilm „Halloween“ ihren Erfolg. Die Gleichung lässt sich umkehren: Die Filme mit ihr sind die erfolgreichsten der Reihe. Auf Platz 1 liegt mit einem US-Einspielergebnis von 187 Millionen Dollar der Originalfilm, gefolgt von „H20“ mit 108 Millionen und „Halloween II“ mit 85 Millionen. „Halloween: Ressurrection“ schafft es – nach Rob Zombies erstem Remake – mit 48 Millionen dann zwar nur noch auf Rang fünf, aber hier stirbt Curtis auch schon in der Eröffnungssequenz.

(Die Zahlen sind inflationsbereinigt und beziehen sich nur auf den US-Markt, zitiert nach boxofficemojo.com)





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